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Über ein Dutzend Concept Cars feierten in Paris Weltpremiere, neue Serienmodelle dagegen kaum. Der 91. Mondial de l’Auto bleibt als Salon der Versprechen in Erinnerung.

Die Hersteller setzten auf die große Show. Auf den Podien standen skulpturale Silhouetten, neu gedachte Innenräume und Technik für übermorgen. Das gefällt, hinterlässt aber einen schalen Beigeschmack. Das Serienauto, das daraus entsteht, übernimmt meist nur ein oder zwei Stilelemente, sofern es überhaupt kommt.

Genau das bleibt der größte Kritikpunkt dieser Ausgabe. Die Besucher hoffen weiter, beim Händler das Modell wiederzufinden, das ihnen unter den Scheinwerfern die Augen leuchten ließ.

Wozu dient ein Concept Car?

Als Spielwiese der Designer entstanden, nutzen die Hersteller das Concept Car längst auch zur Kommunikation und als Entscheidungshilfe. Drei Familien lassen sich unterscheiden.

Das rein stilistische Concept Car
Ein Designer formuliert damit eine Absicht, eine Vision. In den Serienmodellen taucht sie nicht zwangsläufig wieder auf. Es bleibt eine Stilübung.

Das Concept Car als Härtetest
Es lotet die Stimmung bei Presse und Publikum aus. Der Hersteller erprobt daran Ausstattungen und Technik, die mancher für verschroben oder avantgardistisch hält, und misst das Interesse. Fallen die Reaktionen gut aus, kann ein sehr ähnliches Serienmodell folgen.

Das seriennahe Concept Car
Die neue 2CV ist so ein Fall. Citroën verspricht, dass das Serienmodell dem Concept Car sehr nahe kommt. Der Hersteller zeigt das Auto lange vor dem Verkaufsstart und gewinnt Zeit, es nach den Rückmeldungen der Kundschaft zu schärfen.

Elektrisch, vor allem aber bezahlbar

Neben dem Concept-Car-Effekt zeigten die Hersteller vor allem rein elektrische Modelle. Neu ist das Format. Kleine Karosserien, kleine Batterien und moderate Preise stehen jetzt im Vordergrund.

Die Konjunktur dürfte viel damit zu tun haben. Die Kaufkraft sinkt fast überall in Europa, die Kraftstoffpreise steigen, und die Angst vor der leeren Batterie schwindet, je dichter das Ladenetz wird.

Die Zahlen geben dem Stromer recht

Lange galt die Europäische Kommission als zu radikal auf dem Weg nach 2035. Heute bestätigen die Verkaufszahlen ihren Kurs. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur verkauften die Hersteller 2025 weltweit mehr als 20 Millionen Elektroautos, ein Viertel des Marktes. Europa legte unter den großen Märkten am stärksten zu, um 30 Prozent auf 28 Prozent Marktanteil.

Die Entwicklung hält an. Der europäische Herstellerverband ACEA zählte zwischen Januar und August 2026 in der Union 1,64 Millionen rein elektrische Neuzulassungen, 21,7 Prozent des Marktes nach 15,8 Prozent ein Jahr zuvor. Der Diesel fällt im selben Zeitraum auf 7,3 Prozent.

Bleibt der Preis, und da bewegt sich endlich etwas. 2025 lagen weniger als zehn Prozent der in Europa angebotenen Elektromodelle unter 30.000 Euro, ein Jahr zuvor waren es rund fünf Prozent. Transport & Environment zählt bis Jahresende sechzehn Modelle unter 25.000 Euro, vier davon unter 20.000 Euro. Eine Umfrage aus demselben Jahr beziffert den Preis, den europäische Käufer im Mittel zu zahlen bereit sind, auf rund 20.000 Euro.

Kein Wunder also, dass die Hersteller auf kleinere und günstigere Modelle setzen. Manche drängen sogar auf ein neues Segment, die „E-Cars“, kompakter als heutige Kleinwagen und mit gelockerten Vorgaben. Die Europäische Union arbeitet daran, nach dem Vorbild der japanischen „Kei Cars“, die in Größe und Leistung begrenzt sind. Einen ersten Schritt brachte im Dezember 2025 die Kategorie M1E für Elektroautos unter 4,20 Meter Länge aus europäischer Produktion.