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Kurz vor dem Pariser Autosalon hat Volkswagen den ID. Tiguan enthüllt. Nach dem elektrischen ID. Polo, der überarbeiteten ID. 3, dem ID. Cross und den GTI-Varianten wächst die ID-Familie damit auch im SUV-Segment.

Volkswagen treibt die Elektrifizierung weiter voran. Der ID. Tiguan, das jüngste Mitglied der ID-Familie, beerbt ID. 4 und ID. 5.

Den Tiguan kaufen Europas Kunden häufiger als jeden anderen Volkswagen, den ID. 4 häufiger als jeden anderen Stromer der Marke. „Wir führen diese beiden Champions zusammen und schaffen den ultimativen Bestseller”, sagte Martin Jahn bei der Enthüllung in Paris. Jahn verantwortet im Markenvorstand Vertrieb, Marketing und After Sales.

Die Idee dahinter erläutert Sprecherin Sina Kaufman. Der ID. Tiguan übernehme die Stärken der MEB-Plattform, also das großzügige Platzangebot, die Reichweite und die neueste ID-Software, und verbinde sie mit den vertrauten Qualitäten des Tiguan. Erstmals bietet Volkswagen in der ID-Familie zudem eine R-Line an.

Für den Alltag gerüstet

Der neue ID. Tiguan versteht sich als Allrounder. Er soll Familien vom Einkauf bis zur Urlaubsfahrt begleiten und verbindet Praxistauglichkeit mit hochwertiger Ausstattung. Er zieht bis zu 2.000 Kilogramm, bisher waren es 1,8 Tonnen. Der Kofferraum fasst 534 Liter, der Stauraum unter der Fronthaube weitere 32 Liter. Über die Vehicle-to-Load-Funktion versorgt die Batterie auch elektrische Geräte mit Strom.

Die Silhouette lebt von waagerechten Linien, die Aerodynamik hat Volkswagen verbessert. Mehr Anbauteile trägt der SUV nun in Wagenfarbe statt in Schwarz. Das lässt ihn kräftiger wirken, obwohl er nur drei Zentimeter länger ausfällt als der aktuelle ID. 4, wie Kaufman betont. Die Karosserie liegt etwas tiefer und wirkt ein wenig coupéhafter als beim kantigeren Verbrenner-Pendant.

Die Designsprache „pure positive” zeigt sich auch am ID. Tiguan. Dazu tragen das waagerechte Leuchtenband und das beleuchtete Logo vorn wie hinten bei, außerdem die schmalen Rückleuchten im Whiskyglas-Look sowie Spoiler und Heckschürze. An den Türen bleibt es bei klassischen Griffen, was Kunden laut Kaufman „wirklich schätzen”. Die Felgen zeigen neue Designs.

Innenraum wirkt wie aus einem Guss

Der Innenraum fällt großzügig aus. Weiche Materialien kleiden Türverkleidungen und Sitze, vorn massieren die Sitze auf Wunsch. Bedienen lässt sich vieles intuitiv. Das große, kantige Lenkrad gibt den Blick auf das Display frei und trägt Tasten, die der Fahrer mit den Daumen erreicht. Haptische Tasten für die Temperatur sitzen auf der Mittelkonsole, dazu ein kleiner runder Regler für die Lautstärke und darunter ein zusätzliches Fach. Neu ist die integrierte Armlehne, die sich wie ein Schmetterling öffnet.

Diesen Schritt zurück begründet Martin Jahn mit dem Feedback der Kunden. „Wenn Sie in den Innenraum schauen, sehen Sie, dass wir unseren Kunden wirklich zuhören. Wir haben die physischen Tasten am Lenkrad und auf der Mittelkonsole zurückgeholt”, sagte er in Paris.

An der Neugestaltung des Innenraums arbeiteten mehrere Teams, erklärt Simon Schustereit, Designer in der Abteilung für Farben und Materialien bei Volkswagen. Er selbst kümmerte sich etwa um die Narbung des harten Materials, das den oberen Teil der Türen überzieht. Leder ist das nicht, betont er. Hunderte winziger Polymer-Dreiecke erwecken lediglich diesen Eindruck. Der gebürstete Verlauf über die Instrumententafel schafft einen weichen Übergang zwischen den Elementen. Zusammen sorgen diese Details dafür, dass der Innenraum wie aus einem Guss wirkt.

R-Line lässt sich personalisieren

Die sportlichste Variante, die R-Line, fährt mit offener gestalteten Felgen vor. Heckschürze und Dachreling glänzen in Schwarz, Embleme, Einstiegsleisten und Spiegelkappen tragen den Graphitton „Night Chrome”. Die Embleme in den Rädern und in den Türverkleidungen lassen sich zudem personalisieren, erklärt Kaufman. Die Ziernähte unterstreichen den sportlichen Charakter.

Die Sportsitze der R-Line haben integrierte Kopfstützen und sind mit perforierter Mikrofaser bezogen, die Belüftung und Heizung erlaubt. Auch die Rücksitze lassen sich beheizen.

Erstmals mit Beifahrerdisplay

Im überarbeiteten digitalen Cockpit steuert ein großer Touchscreen die Navigation sowie Funktionen wie das Audiosystem oder die Fahrerassistenzsysteme. Ein Retro-Skin steht ebenfalls zur Wahl. Kleine Details sorgen für Spielfreude, etwa die Auswahl des Fahrzeugs, das auf dem Bildschirm erscheint, vom Golf I bis zum Käfer. Die Scheinwerfer dieser Miniatur schalten sich sogar ein und aus, je nachdem ob Nacht- oder Tagmodus aktiv ist, hebt Designerin Alexandra Lumpe hervor.

Als erstes Modell der ID-Familie erhält der SUV ein Beifahrerdisplay. Der zweite Touchscreen sitzt auf der Instrumententafel vor dem Beifahrer und liefert Fahrzeuginformationen, Spiele, Videos oder die Navigation. Ein Privatsphäre-Modus verhindert, dass die Inhalte den Fahrer ablenken.

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Bis zu 600 Kilometer Reichweite

Die üblichen Fahrerassistenzsysteme sind an Bord, dazu kommen Neuheiten wie der „Connected Travel Assist”, der beim Spurwechsel hilft und Ampeln erkennt.

Bleibt der vielleicht wichtigste Punkt. Volkswagen bietet den ID. Tiguan mit zwei Batterien an, mit 58 kWh und mit 77 kWh. Mit der größeren fährt er bis zu 600 Kilometer weit.

Fazit

Eine kurze Ausfahrt mit einem noch getarnten Fahrzeug zeigte, wie agil der ID. Tiguan trotz seines Gewichts bleibt. Dazu trugen das Fahrwerk und die progressive Lenkung bei. Reichweite, Platzangebot und bequeme Sitze empfehlen ihn für lange Urlaubsfahrten, im Alltag bleibt er trotzdem praktisch.