Dieselfahrzeuge verschwinden nach und nach vom Markt. E-Autos und Hybride hingegen gewinnen in Luxemburg Marktanteile, wie Experten aus der Automobilbranche im Vorfeld des jährlichen Autofestivals aufzeigten.
Bei der 62. Ausgabe des Autofestivals vom 24. Januar bis 2. Februar werden mehr als 90 Auto- und Motorradhändler Sonderpreise anbieten. Doch beschränkt sich die jährliche Veranstaltung nicht auf Rabatte für Autokäufer.
„In einem unsicheren Automobilmarkt und einer Wirtschaft, die hierzulande unter Druck steht, sorgt das Autofestival für Stabilität, Orientierung, Vertrauen und Sichtbarkeit“, erklärte Philippe Mersch, Präsident der Fedamo. Der Verband vertritt die luxemburgischen Automobilhändler. „Das Autofestival wirkt auch als pragmatischer, weniger als ideologischer Beschleuniger der Energiewende. Schließlich unterstützt die Automobilbranche den Wandel, und die Sichtbarkeit, die sie bietet, ist von entscheidender Bedeutung.“ Zudem erfährt die Öffentlichkeit beim Autofestival Neues über Technologien, die die E-Mobilität und die Digitalisierung betreffen.
47.161 Neuwagen im Jahr 2025 zugelassen
Die Zahlen belegen den erwähnten Wandel. Im Jahr 2025 verzeichnete die SNCA 133.587 Fahrzeugzulassungen (über alle Kategorien hinweg), was einem Anstieg von 3,4 Prozent gegenüber 2024 entspricht.
Beim Blick auf die einzelnen Kategorien zeigt sich, dass 47.161 Neuwagen zugelassen wurden – ein Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Der Markt erholt sich, hat aber noch nicht das Niveau von 2019 erreicht”, sagt Manuel Ruggiu, operativer Direktor der SNCA. In jenem Jahr verzeichnete die SNCA 55.008 Neuzulassungen. Anders bei den Gebrauchtwagen: Hier wurden im vergangenen Jahr 62.017 Fahrzeuge zugelassen, was einem Anstieg von 4,5 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht.
In den vergangenen Jahren ist der Anteil von Dieselfahrzeugen an den Neuzulassungen kontinuierlich zurückgegangen. Im Jahr 2019 machten sie 41,9 Prozent der Neuzulassungen aus, im vergangenen Jahr waren es nur noch 9,9 Prozent. „Diesel wird zunehmend zu einem Nischenmarkt”, meint Manuel Ruggiu. Hybrid- und Elektroautos übernehmen: Der Anteil von Hybridautos stieg von 4,1 Prozent im Jahr 2019 auf 29,3 Prozent im Jahr 2025. Auch bei den Elektroautos war ein spektakulärer Anstieg der Neuzulassungen zu verzeichnen, im gleichen Zeitraum von 1,8 auf 26,9 Prozent. Plug-in-Hybride bauten ihren Anteil von 1,7 auf 7,9 Prozent aus. Damit sei der Anteil an Autos, die sich extern laden lassen, auf 34,7 Prozent gestiegen, sagt Manuel Ruggiu. Dies entspricht etwas mehr als einem Drittel der Neuzulassungen.
Allerdings stabilisieren sich die Zahlen bei den neuzugelassenen Elektroautos. Im Jahr 2024 machten sie noch 27,4 Prozent der Neuzulassungen aus. Im vergangenen Jahr ging dieser Wert leicht auf 26,9 Prozent zurück. „Es gibt eine gewisse Stagnation”, meint Manuel Ruggiu. „Theoretisch müssten wir, wenn wir der Kurve folgen würden, über 30 Prozent liegen. Das ist jedoch nicht der Fall.“
Erschwingliche Elektrofahrzeuge kommen
Für diese Stagnation gibt es mehrere Gründe, erklärt Fedamo-Präsident Philippe Mersch, darunter das unsichere Wirtschaftsklima in Luxemburg, ungünstige steuerliche Bedingungen und Einschränkungen bei der Berechnung der CO₂-Emissionen. „Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Ein Hybrid-Firmenwagen, der 50 Gramm CO₂ ausstößt – was sehr wenig ist –, wird derzeit in derselben Kategorie besteuert wie ein leistungsstarker Diesel-SUV. Das macht keinen Sinn, schadet dem Firmenwagensektor erheblich und fördert nicht die Energiewende.“
„Heute sind nur noch Elektrofahrzeuge als Firmenwagen attraktiv. Leider wird dies jedoch oft als einschränkende Wahl angesehen“, erklärt Philippe Mersch und begründet dies mit der Kürzung bei der Klimabonus-Förderung, der unzureichenden Ladeinfrastruktur und einer Reichweite, die oft als zu gering empfunden wird. Der Präsident der Fedamo fordert von der Regierung, die Förderung, die Ende Juni 2026 auslaufen soll, beizubehalten, um den Übergang zur Elektrifizierung weiter zu unterstützen. „In diesem Jahr dürfte sich die Entwicklung neuer elektrifizierter Antriebsstränge beschleunigen“, meint Philippe Mersch. „Es werden nicht nur immer mehr erschwingliche Elektrofahrzeuge neu auf den Markt kommen, sondern auch immer mehr Hybridantriebe, auf die sich die Hersteller eindeutig konzentrieren.“
In den Nachbarländern sieht die Lage anders aus. In Frankreich wurden 2025 1,72 Millionen Neuwagen zugelassen, was einem Rückgang von 5,2 Prozent gegenüber 2024 entspricht. In Deutschland hingegen endete das Jahr mit 2,85 Millionen zugelassenen Fahrzeugen, was laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ein Plus von 1,4 Prozent bedeutet. Belgien verzeichnete rund 420.000 Zulassungen – ein leichter Rückgang von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der gesamten Europäischen Union beliefen sich die Verkäufe nach konsolidierten Daten der Fachverbände auf 9,2 Millionen Fahrzeuge, was einem moderaten Anstieg von 2,3 Prozent gegenüber 2024 entspricht.