Zum 35. Jubiläum hat Opel sein Modell Astra verjüngt und ihm eine völlig neue Lichtsignatur, ein elegantes Felgendesign und komfortable „intelligente Sitze“ verliehen. Im Einklang mit dem Ziel, seinen Kunden eine große Flexibilität bei der Wahl des Antriebs zu bieten, hat der Automobilhersteller außerdem die Batterie der Elektroversion verbessert.
Das Jahr 2026 markiert den 90. Jahrestag der Opel‑Kompaktwagen, da der Kadett erstmals 1936 produziert wurde. Viele Generationen später änderte das Unternehmen den Modellnamen aus Standardisierungsgründen von Kadett in Astra, und der erste Astra kam 1991 auf den Markt. Das Modell feiert also im nächsten Jahr sein 35. Jubiläum. Heute werden die aktuelle Generation des Astra und des Astra Sports Tourer im Opel‑Werk in Rüsselsheim, Deutschland, entworfen, entwickelt und produziert.
Und der Automobilhersteller hat soeben ein neues Design für dieses Kompaktfahrzeug vorgestellt. Laut Frank Starz, Assistent des Chefdesigners bei Opel, ist der neue Astra weit mehr als ein einfaches Update. „Es handelt sich um eine mutige Weiterentwicklung des Charakters des Astra und um unser Bekenntnis zu Innovation, Präzision und emotionaler Attraktivität.“
Tag und Nacht beleuchtet: eine Branchenneuheit
Inspiriert vom Concept Car Corsa Vision präsentiert der neue Astra einen frischen und modernen Look. Das Opel‑Blitz‑Logo, das einen stilisierten, flachen Blitz darstellt, erscheint sowohl an der Front als auch am Heck des Fahrzeugs sowie in der Mitte jeder Felge. Die Front wirkt klarer und markanter. Doch der „Star des Tages“, wie Starz sagt, ist die vordere Lichtsignatur.
Das leuchtende Markenemblem mit den nördlichen und südlichen Armen eines Kompasses befindet sich in der Mitte der Front und erzeugt eine Linie, die sich über die Motorhaube bis zum Heck zieht, wo das vertikale Bremslicht die nördlichen und südlichen Kompassarme visuell aufgreift. Unternehmensvertreter betonten, dass es sich um eine „Branchenpremiere“ handle, dass die Lichtsignatur auch tagsüber und unter allen Fahrbedingungen eingeschaltet ist. Zudem enthält die neue Front keinerlei äußere Chromdetails.
Die Entwicklung der neuen Lichtsignatur sei jedoch nicht einfach gewesen, bemerkte der stellvertretende Chefdesigner Starz. „Was uns von Anfang an geholfen hat, ist dieses wirklich kleine Modul, das Sie in der Basisleuchte sehen“, sagte er. „Früher musste ich mit Reflektoren von 40 mm Höhe arbeiten. Das ging. Aber jetzt haben diese Module nur noch 20 mm Höhe. Das ist die Hälfte. Dadurch entsteht ein völlig neues Gesamtpaket. Man muss auch die Tiefe berücksichtigen, die sich völlig von der der Reflektoren unterscheidet. Reflektoren sind ziemlich tief; diese Module kann man näher an der Front platzieren. Deshalb waren wir von Anfang an so zufrieden mit diesen Modulen.“
Das neue „Intelli‑Lux HD“-Beleuchtungsdesign umfasst mehr als 51 200 einzelne Pixel, also über 25 000 Elemente pro Scheinwerfer. Ursprünglich im Opel Grandland eingeführt, ist diese Technologie nun auch im Astra verfügbar. Sie arbeitet mit einer Kamera in der Windschutzscheibe zusammen, um eine optimale Ausleuchtung der Straße zu gewährleisten. Das neue ultraflache LED‑Modul bietet mehr als 30 % höhere Leuchtkraft als das frühere LED‑Reflektorsystem.
Aerodynamischere Felgen
Die Felgen des neuen Astra zeigen ebenfalls ein neues, elegantes und markantes Design. Die früheren Astra‑Versionen hatten Felgen, die in fünf Bereiche unterteilt waren; durch klare, präzise Linien teilt das neue Design die Felgen in drei Bereiche. Technisch trägt dies zur Verbesserung der Aerodynamik bei, erklärt Starz.
Die klaren, geraden Linien des dreieckigen Elements direkt hinter den hinteren Seitenfenstern erinnern ebenfalls an den Kadett von 1979. Das Modell von 1979 besaß sieben solcher horizontaler Streifen; der neue Astra hat nur zwei davon, die deutlich eleganter sind und sich besser in das Gesamtdesign einfügen, aber dennoch eine Hommage an Opels Geschichte darstellen.
Komfortable „intelligente Sitze“
Die „intelligenten Sitze“ des Astra besitzen einen „Ausschnitt“ im unteren Sitzbereich, der – ähnlich einem Fahrradsattel – den Druck im unteren Körperbereich reduziert und so zusätzlichen Komfort für Fahrer und Beifahrer bietet. Die ergonomischen Sitze sind sogar von Aktion Gesunder Rücken (AGR), einer unabhängigen Organisation zur Förderung der Rückengesundheit, zertifiziert. „Diese Funktion gehört nun zur Serienausstattung“, erklärt Martin Golka, Leiter der Produktkommunikation bei Opel. Eine Massagefunktion ist ebenfalls optional erhältlich. Die Sitzbezüge bestehen aus 100 % recyceltem Stoff; auch das Lenkrad wird aus veganen Materialien hergestellt.
Im Cockpit wurden die Displaygrafiken aktualisiert, um ein moderneres Erscheinungsbild zu schaffen. Um neuen Anforderungen zu entsprechen, wurde eine Kamera in die A‑Säule integriert, die Teil des Fahrer‑Aufmerksamkeitswarnsystems ist. Neue Außenfarben – „Klover Green“ und „Kontur White“ – sind ebenfalls verfügbar.
Trotz dieser Verbesserungen habe sich das Wesen des Astra nicht verändert, betonte Golka. Gesamtlänge und Radstand bleiben unverändert. Der Kofferraum ist zudem geräumig genug, um eine Waschmaschine aufzunehmen, wie er hinzufügte: Der Astra Sports Tourer bietet ein maximales Volumen von 1 634 Litern.
Opel bietet weiterhin unterschiedliche Antriebsoptionen an
Die Trends in der Elektromobilität variieren in ganz Europa. Um den unterschiedlichen Kundenbedürfnissen gerecht zu werden und „Wahlfreiheit“ zu bieten, nutzt der Automobilhersteller die Multi‑Energy‑Plattform von Stellantis, die die Produktion aller Antriebsarten auf derselben Linie ermöglicht, erklärte Golka. Das Unternehmen bietet weiterhin eine „Multi‑Energy‑Palette“ an, was bedeutet, dass der neue Astra mit Diesel‑, Hybrid‑, Plug‑in‑Hybrid‑ und Elektroantrieb erhältlich sein wird.
Der vollelektrische Astra verfügt nun über eine 58‑kWh‑Batterie, die eine WLTP‑Reichweite von bis zu 454 Kilometern ermöglicht. Dies liegt nicht nur an der größeren Batterie, so Golka, sondern auch am „Vorkonditionieren“ der Batterie, das die Ladeleistung optimiert. Schaltpaddles hinter dem Lenkrad ermöglichen dem Fahrer nun, den Grad der Energierückgewinnung beim regenerativen Bremsen auszuwählen, wodurch die bisherige „B‑Modus“-Taste in der Mittelkonsole entfällt. Außerdem wird eine „Vehicle‑to‑Load“-Funktion verfügbar sein, mit der externe Geräte geladen werden können.
Der neue Opel Astra wird Anfang Januar auf der Brüsseler Automobilausstellung seine Weltpremiere feiern.
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