Seit über 50 Jahren lässt die Kartbahn von Mondercange die Herzen der Geschwindigkeitsliebhaber höherschlagen. Begegnung mit Nathalie, einer Schlüsselfigur dieses Ortes, die ihren Alltag, ihre Erinnerungen und die Anekdoten einer einzigartigen Strecke im Großherzogtum teilt.
In Mondercange hallt seit 1972 ein vertrautes Dröhnen durch die Luft. Hier empfängt die einzige Outdoor-Kartbahn Luxemburgs Jung und Alt, Neugierige und leidenschaftliche Fahrer. Nathalie, deren Familie das Projekt ins Leben gerufen hat, sorgt heute für den reibungslosen Ablauf der Sessions. „Ich bin im Motorsport aufgewachsen“, erzählt sie. Nach einem zehnjährigen Abstecher in die Finanzwelt kehrte sie zu ihren Wurzeln zurück: „Mir hat das Motorengeräusch gefehlt.“
„Mein Großvater, Jean Piazza, hatte die Idee. Er wollte eine Strecke schaffen, um Slaloms und Paraden mit Oldtimern zu organisieren, da er ein großer Liebhaber alter Fahrzeuge war. Nach einer Reise nach Italien entdeckte er das Kartfahren. Zurück in Luxemburg setzte er alles daran, hier eine Kartbahn zu bauen“, erinnert sich Nathalie, sich der Herausforderung in Bezug auf Genehmigungen bewusst.
Die 867 Meter lange Strecke ist sowohl schnell als auch technisch anspruchsvoll. „Diese Mischung macht sie fordernd“, erklärt sie und fügt hinzu: „Vor der Installation der Schikane war die Strecke noch schneller. Ich erinnere mich, dass mein Vater manchmal Karts aus dem Nachbarfeld holen musste, weil manche Fahrer einfach geradeaus gefahren sind.“
Heute erreichen die Leihkarts bis zu 85 km/h – „für die Erfahrensten“, wie die Hüterin der Bahn betont. Doch Sicherheit steht an erster Stelle.
„Vor jeder Session geben wir Sicherheitsanweisungen und erinnern daran, dass wir hier nicht im Finale der Formel-1-Weltmeisterschaft sind. Der Spaß steht im Vordergrund. Und wenn ein Fahrer Unsinn macht, haben wir Fernbedienungen, mit denen wir die Karts aus der Distanz verlangsamen können“, ergänzt sie. „Bisher hatten wir noch nie einen schweren Unfall.“ Dank ihrer Erfahrung wissen Nathalie und ihr Team, wie sie auch den nervösesten Neulingen die Angst nehmen und Tipps geben können, damit es ein schöner Moment bleibt.
Ein vielfältiges und manchmal bewegendes Publikum
Drei Kategorien werden angeboten: 200 cm³ für Kinder, 270 cm³ ab 15 Jahren und 390 cm³ für Erwachsene. Neben dem Alter spielt auch die Körpergröße eine Rolle.
„Einfach gesagt: Man muss die Pedale erreichen können. Aber wir haben auch Sitz-Erhöhungen für die Jüngeren. Um das erste Mal allein zu fahren, braucht man zwei Dinge: mindestens acht Jahre alt sein und mindestens 1,30 m groß. Im Zweifel testen wir es, bevor wir Tickets verkaufen“, erklärt sie beruhigend.
Die Strecke zieht ein breites Publikum an, meist im Alter zwischen 25 und 45 Jahren, aus der gesamten Großregion. Doch auch ältere Fahrer versuchen sich gelegentlich.
„Manchmal ist das sehr berührend, wie damals, als ein über achtzigjähriges Paar hier gemeinsam Spaß auf der Strecke hatte“, lächelt Nathalie.
Zwei Doppelsitzer-Karts für alle
Oft zu wenig bekannt: Hier gibt es zwei Doppelsitzer-Karts, mit denen man auch Personen, die zu jung zum Fahren sind oder eine Behinderung haben, das Fahrgefühl näherbringen kann. „Die Karts haben zwei funktionsfähige Lenkräder, die Fahrer sitzen nebeneinander, und einer von beiden bedient die Pedale“, erklärt Nathalie. So können selbst blinde Menschen oder Rollstuhlfahrer die Erfahrung genießen. „Ich finde es großartig, so etwas anbieten zu können.“
Große Namen auf der Strecke
Im Laufe der Jahre haben hier große Namen ihre Runden gedreht: Jarno Trulli, Michael Schumacher – der unter luxemburgischer Lizenz fuhr, da er zu jung war, um eine deutsche zu erhalten – und sogar Ayrton Senna. „Er ist allerdings nicht gefahren, sondern war als Mechaniker vor Ort“, schließt Nathalie.
Einzigartig in seiner Art, wartet diese Kartbahn nur darauf, neue Abenteuer und Geschichten zu erleben.