Dacia Sandero
Der Dacia Sandero ist seit 2017 das meistverkaufte Auto für Privatpersonen in Europa. Im Jahr 2024 hat er die Schwelle von 300.000 verkauften Exemplaren pro Jahr überschritten. Diese Zahlen machen lange Reden über seine Positionierung überflüssig.
Der neue Jahrgang passt das Rezept in Bezug auf Design, Motorisierung und Ausstattung an, ohne es neu erfinden zu wollen. Die Zielgruppe bleibt dieselbe – Erstkäufer, Familien, pragmatische Fahrer – und auch die Strategie: das Wesentliche gut gemacht, keine Raffinesse. Seit der Wiederbelebung von Dacia durch die Renault Group im Jahr 2004 verkörpert der Sandero die DNA der Marke besser als jedes andere Modell. Zusammen mit dem Stepway macht er heute mehr als zwei Drittel des Gesamtabsatzes aus. Mit der Aktualisierung für 2026 wird auch das neue Gesicht der Marke vorgestellt – neue Lichtsignatur, neue Motorisierungen – und dem Sandero kommt dabei die Vorreiterrolle in der Modellpalette zu.
Eine klarere Identität
Die wichtigste optische Neuerung dieser Generation ist die umgekehrte T-förmige Lichtsignatur, die über den neuen Scheinwerfern positioniert ist und durch eine Reihe weißer Pixel mit dem neu gestalteten Kühlergrill verbunden ist. Sie ist besser erkennbar als bei der Vorgängergeneration, ohne jedoch spektakulär zu sein. Am Heck verlängern die LED-Pixel-Leuchten die Heckscheibe und verstärken optisch die Stabilität des Modells. Der Stepway erhält eine mattschwarze Streifenleiste zwischen den Leuchten und Schutzvorrichtungen aus Starkle® – einem unlackierten Material, das zu 20 % aus recyceltem Kunststoff besteht und widerstandsfähig gegen alltägliche Kratzer ist.
Ein funktionales Interieur, das sich weiterentwickelt hat
Der Innenraum greift das „T”-Motiv auf. Die Materialien variieren je nach Ausstattungsvariante, ohne jedoch die Allgegenwart von Hartkunststoffen zu verdrängen. Das neue Lenkrad liegt besser in der Hand, der zentrale Bildschirm ist nun 10 Zoll groß und verfügt über eine vernetzte Navigation, das digitale 7-Zoll-Kombiinstrument wurde neu gestaltet. Das Induktionsladegerät feiert sein Debüt. Das YouClip-System mit bis zu 5 Befestigungspunkten ermöglicht das Anbringen von Halterungen und praktischem Zubehör. Der Sandero ist 4.102 mm lang und verfügt über einen Kofferraum von 372 bis 1.152 Litern. Der Stepway ist 4.099 mm lang, hat eine Bodenfreiheit von 201 mm und bietet 328 bis 1.108 Liter Stauraum.
Der LPG-Doppelantrieb wird auf Automatikgetriebe umgestellt
Der Benzinmotor SCe 65 (65 PS, 5-Gang-Schaltgetriebe, 5,4 l/100 km WLTP) bleibt die Basisversion. Darüber ersetzt der neue TCe 100 den TCe 90: 100 PS, 6-Gang-Schaltgetriebe, 5,3 l/100 km, 0 auf 100 km/h in 9,7 s. Beim Stepway sorgt der TCe 110 (110 PS, 200 Nm, 6-Gang-Schaltgetriebe) für eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 10 s bei einem Verbrauch von 5,5 bis 5,6 l/100 km.
Dann gibt es noch den Eco-G 120-Motor, bei dem die LPG-Zweikraftstoffanlage mit einem Automatikgetriebe kombiniert wird. Dies ist die wichtigste technische Neuerung dieser Generation. Der neue Eco-G 120-Motor ist ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbomotor mit Zweikraftstoffanlage (Benzin und LPG), dessen Leistung von 100 auf 120 PS gesteigert wurde. Zum ersten Mal kann er mit einem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe mit Schaltwippen am Lenkrad kombiniert werden – eine Weltneuheit bei einem LPG-Motor. Im LPG-Modus liegt der Verbrauch bei 7,2 l/100 km und die CO2-Emissionen bei 115 g/km. Gleichzeitig hat Dacia den LPG-Tank auf 49,6 Liter (gegenüber zuvor 40 Litern) vergrößert, wodurch sich die Reichweite im LPG-Modus um +20 % und die Gesamtreichweite von LPG + Benzin auf 1.590 km erhöht. Bei einem Preis von 0,97 €/Liter für LPG in Frankreich Ende 2025 sind die Betriebskosten objektiv gesehen niedrig. Die Version mit Schaltgetriebe ist weiterhin parallel erhältlich.
Der Hybrid 155-Motor (109 PS Verbrennungsmotor + zwei Elektromotoren, 1,4-kWh-Batterie, 80 % Elektroantrieb im Stadtverkehr, 4,6 l/100 km, 104 g CO2/km) wird erst Ende 2026 für den Sandero erhältlich sein, und zwar ausschließlich für den Stepway. Die Sandero-Reihe bleibt also vorerst vollständig mit Verbrennungsmotoren ausgestattet.
Fahrverhalten: keine Überraschungen, im positiven Sinne
Auf der Straße ist der Sandero genau das, was er zu sein vorgibt: wendig, ohne Unannehmlichkeiten, sowohl für die Stadt als auch für die Landstraße geeignet. Die Lenkung ist leichtgängig, das Fahrzeug lässt sich gut platzieren und der Geräuschpegel auf Schnellstraßen ist akzeptabel. Keine nennenswerten dynamischen Eigenschaften, aber auch nichts Frustrierendes. Die Version Eco-G 120 mit Automatikgetriebe bietet eine Laufruhe, die das manuelle LPG-Getriebe nicht bieten konnte. Der Wechsel vom LPG- zum Benzinbetrieb erfolgt ohne spürbare Stöße. Der Stepway mit seiner Bodenfreiheit von 201 mm federt schlechte Straßenbeläge besser ab. Er erhebt keinen Anspruch auf ernsthaftes Geländefahren, bewältigt aber einfache Wege ohne Probleme. Die Bremsleistung ist korrekt, das Kurvenverhalten vorhersehbar.
Fahrassistenzsysteme: das gesetzliche Minimum und einige nützliche Optionen
Das Update umfasst die in Europa nun vorgeschriebenen Assistenzsysteme: automatische Notbremsung (Erkennung von Fahrzeugen, Fußgängern, Radfahrern und Motorrädern im Stadtverkehr) und Überwachung der Aufmerksamkeit des Fahrers. Optional: automatische Scheinwerfer, Mehrfachkamera, elektrisch einklappbare Außenspiegel. Diese Ausstattungsmerkmale sind in anderen Segmenten nichts Neues – ihr Vorhandensein in dieser Preisklasse ist jedoch umso bemerkenswerter.
Keine 100 % elektrische Version
Das Fehlen einer 100 % elektrischen Version des Sandero ist ein echter blinder Fleck. Der Spring deckt diesen Bedarf in der Dacia-Reihe ab, jedoch nicht mit derselben Größe und Vielseitigkeit. Für Fahrer in verkehrsberuhigten Zonen oder diejenigen, die einfach von Elektroautos überzeugt sind, ist der Sandero nicht geeignet. Die wahrgenommene Qualität des Innenraums hat sich verbessert, aber harte Kunststoffe sind nach wie vor allgegenwärtig. Im Vergleich zu einem Volkswagen Polo oder bestimmten koreanischen Einstiegsmodellen ist der Unterschied in der Verarbeitung spürbar.
Die technologische Ausstattung ist bewusst begrenzt – kein halbautonomes Fahren, kein Head-up-Display –, was zwar zur Positionierung passt, aber enttäuschen kann. Schließlich ist das Automatikgetriebe nur für die Version Eco-G 120 verfügbar; Käufer des TCe 100 haben keinen Zugang dazu.
Ein starkes finanzielles Argument
Das Preis-Leistungs-Verhältnis bleibt das zentrale Argument und es stimmt: Ab 12.561 € (SCe 65), 13.900 € (TCe 100) und 17.105 € (Eco-G 120 Automatik) bietet Dacia einen Innenraum, ein Kofferraumvolumen und eine Sicherheitsausstattung, die die direkte Konkurrenz bei gleichem Budget nur schwer erreichen kann. Der Eco-G 120 mit Automatikgetriebe ist technisch einzigartig in dieser Kategorie – weltweit erste Doppelkupplungsgetriebe mit LPG, vergrößertem Tank, 1.590 km Gesamtreichweite. Für Vielfahrer ist das wirtschaftliche Argument schwer zu ignorieren. Der Stepway profitiert darüber hinaus von einer glaubwürdigen Outdoor-Identität.
Fazit
Der neue Sandero erfüllt die Erwartungen: Er verbessert das, was bereits gut funktionierte. Das Design ist stimmiger, die Motorisierungen sind besser abgestimmt, die Ausstattung entspricht den neuen europäischen Normen. Der Eco-G 120 mit Automatikgetriebe ist die echte Neuheit dieser Generation – ein rationales Angebot, das in dieser Kategorie seinesgleichen sucht. Abgesehen davon ist Dacia kein Risiko eingegangen. Keine Elektroversion, kein Technologiesprung, keine Neupositionierung. Das ist bewusst so gewählt. Angesichts einer Konkurrenz, die in puncto Preis und Komplexität immer weiter zulegt, behält der Sandero seinen Vorteil, indem er einfach und erschwinglich bleibt. Es sei angemerkt, dass der Stepway Ende 2026 mit der Einführung des Hybrid 155 weiterentwickelt werden soll: Zu diesem Zeitpunkt neu zu bewerten.
3 Pluspunkte / 3 Minuspunkte
3 Pluspunkte
– Der Preis
– 1.590 km Gesamtreichweite
– LPG-Motor. Dieser Kraftstoff ist in Luxemburg weniger verbreitet, aber in Frankreich erhältlich. Daher eine gute Alternative für Grenzgänger.
3 Minuspunkte
– Keine 100 % elektrische Version
– Die wahrgenommene Qualität des Innenraums ist noch zu sehr auf Robustheit ausgerichtet: allgegenwärtige harte Kunststoffe
– Automatikgetriebe nur für die Version Eco-G 120
Technische Daten:
Eco-G 120 (Dual-Kraftstoff LPG/Benzin, 6-Gang-DCT-Automatikgetriebe)
Leistung: 88 kW / 120 PS – Drehmoment: 200 Nm
Verbrauch: 7,2 l/100 km LPG (WLTP) | ~5,4 l/100 km
Benzin CO2: 115 g/km (LPG, WLTP) | ~123 g/km (Benzin)
Gesamtreichweite LPG + Benzin: 1.590 km (LPG-Tank 49,6 l + Benzin)
Grundpreis: ab 17.105 €