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Zero Motorcycles wurde 2006 in Santa Cruz Kalifornien gegründet und spezialisierte sich während ihrem 20jährigen Bestehen auf die Entwicklung von vollelektrischen Motorrädern in den Segmenten Naked-Bikes, Sporttourer und Supermoto. Adventure-Bikes sind sogar bei E-motorisierten Zweirädern eher selten, allein schon wegen einer maximal angestrebten Reichweite. Ein sehr wichtiges Argument in diesem Segment, jedoch schien die Autonomie bei batteriebetriebenen Zweirädern bis jetzt noch limitiert zu sein. Nichtdestotrotz nimmt sich die amerikanische Marke der Herausforderung mit der Zero DSR/X 2026 an.

Über das intuitive und gut ablesbare Display stehen mehrere Modi zur Verfügung. Von „Rain“ bis „Sport“ lassen sich verschiedene Fahreigenschaften konfigurieren. Das Bike ist serienmäßig mit ABS, Traktionskontrolle, Tempomat ausgerüstet und über das von Bosch entwickelte „Motocycle Stability Control“ MSC gesteuert. Beim Rangieren lässt sich ein Rückwärtsgang über das Menü am Display zuschalten. Die recht zugängliche Ergonomie entspricht der von anderen Reise-Enduros, die Sitzhöhe beträgt 828 mm. Die aufrechte Sitzposition erweist sich als komfortabel mit einem angenehmen Kniewinkel, der breite Lenker unterstützt das Einlenkvermögen am Kurveneingang. Das Windschutzschild ist per Drehknopf in der Höhe verstellbar. Eine leichte Luftverwirbelung ist am oberen Rand des Helmes zu spüren, dagegen bleiben die Schultern vom Fahrtwind geschützt. Die Traktionsbatterie mit einer Kapazität von 17,3 kWh befindet sich im unteren Teil des Stahlgitterrohr-Rahmens, um einen möglichst niedrigen Schwerpunkt zu erzielen. Das Gewicht der Zero DSR/X 2026 beträgt 247 kg mit einer Zuladung von 252 kg. Das maximal zulässige Gesamtgewicht steigt somit auf beachtliche 499 kg, ein wichtiges Detail im Segment der Adventure-Bikes. Das Aufladen der Batterie erfolgt durch einen Typ 2-Stecker, über eine Ladestation lässt sich der Akku in etwa einer Stunde auf 100% auffüllen.

Wie verhält sich das Motorrad nun in der Praxis? Zuerst wäre da die feinfühlige, perfekt kalibrierte Kraftentfaltung des E-Motors beim Drehen des Beschleunigungsgriffes. Diese Abstimmung hilft dem Fahrer, das enorme Drehmoment von 225 Nm des e-Aggregats bestens zu kontrollieren. Der Elektromotor überträgt die Kraft direkt über einen Zahnriemen ans Hinterrad. Das hat den positiven Effekt, dass beim Übergang vom Bremsen zum Beschleunigen kein Lastwechsel auftritt.

Das Verhalten beim Kurvenfahren fühlt sich präzise an. Ein gewisses Maß an Kraftaufwand am Lenker wird jedoch vom Fahrer verlangt, um die Zero in Schräglage zu versetzen. Bodenwellen werden ohne weiteres von der Upside-down-Gabel mit 46 mm Durchmesser und dem hinteren Stoßdämpfer aus dem Hause Showa aufgenommen. Der Federweg beträgt 190mm, die Abstimmung erweist sich als guter Kompromiss zwischen Komfort und Sportlichkeit und eignet sich für die Mehrheit der Fahrer.

Kommen wir nun zum Thema Autonomie: Zero gibt eine Reichweite bei innerstädtischer Fahrt von 288 km an und 172 km unter normalen Voraussetzungen. Bei gemäßigtem Tempo mit einem Mix über Landstraße und einer Autobahngeschwindigkeit von maximal 100 km/h haben wir 180 km zurückgelegt. Bei Autobahngeschwindigkeiten von 130 km/h fällt die Autonomie jedoch drastisch ab. Unter diesen Umständen sind dann maximal 130 km zu schaffen.

Als Fazit kann man behaupten, dass die Zero DSR/X als elektrisches Adventure-Bike ein sehr praktisches Motorrad ist. So eignet es sich z.B. bestens für den alltäglichen Gebrauch, und bei gemäßigter Fahrt sind Touren allzeit möglich. Ein „Power Tank Upgrade“ steht noch für zusätzliche Reichweite in der Options-Liste, die Batterie- Kapazität wird dann auf fast 21 kWh erhöht. Die Verarbeitung ist eher hochwertig, trotzdem gilt der Basispreis von 23 340 € nicht unbedingt als Schnäppchen. Zero verspricht jedoch im Gegenzug sehr geringe Unterhaltskosten.

Technische Daten:

Motor: E-Motor Z-Force 75-10X

Leistung: 102 PS (75 KW)

Batteriekapazität: 17.3 kWh

Ladezeit: 1,1 h

Drehmoment: 225Nm/229Nm

Getriebe: Eingang-Getriebe

Kraftübertragung: Zahnriemen

Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h

Masse: 247 kg

Sitzhöhe: 828 mm

Das gefällt uns / Das gefällt uns nicht

Das gefällt uns

Kraftvoller E-Motor
Ergonomie
Rückwärtsgang
Unterhaltskosten

Das gefällt uns nicht

Autonomie bei Autobahnfahrt
Preis