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Der kompakte Elektro-SUV von Volkswagen gibt sich betont solide, ohne sich in Szene zu setzen. Volkswagen kündigt den ID. Cross für den Herbst zu einem Einstiegspreis von unter 28.000 Euro an. Damit positioniert er sich als kompakter Elektro-SUV in der ID-Reihe – oberhalb des zukünftigen ID. Polo und unterhalb höherwertiger Modelle. Die Zielgruppe ist breit: Familien, junge Berufstätige und Fahrer, die im Alltag Platz und Schlichtheit wünschen. Wir haben ein teilweise getarntes Vorserienmodell getestet. Die Ingenieure aus Wolfsburg behalten sich noch die Möglichkeit vor, vor der endgültigen Produktion Anpassungen vorzunehmen.

In puncto Design folgt der ID. Cross dem von Andreas Mindt definierten „Pure Positive”-Konzept: horizontale Linien, klare Flächen und eine durchgehende Lichtsignatur vorne und hinten. Das Ergebnis ist stimmig und bietet keine nennenswerten Überraschungen. Das „schwebende Dach“ und die Gestaltung der C-Säule erinnern an einige historische Modelle der Marke – eine dezente Anspielung, kein bloßer Stilkniff. Im Innenraum verfügt das Armaturenbrett über zwei Bildschirme (10,25 und 12,9 Zoll) und physische Bedienelemente für grundlegende Funktionen, was positiv ist. Eine willkommene Änderung nach der Kritik an den vorherigen ID-Generationen. Der Innenraum ist im Vergleich zum T-Cross geräumiger. Der Kofferraum bietet ein Volumen von 475 Litern und zusätzliche 22 Liter unter der Motorhaube. In den höheren Ausstattungsvarianten sind Massagesitze und ein Harman-Kardon-Audiosystem erhältlich.

Laden in weniger als 30 Minuten

Drei Leistungsstufen stehen zur Verfügung: 85, 99 und 155 kW, kombiniert mit 37- oder 52-kWh-Batterien. Die Reichweite beträgt je nach Konfiguration zwischen 312 und 436 Kilometern. Das Schnellladen ist bei der großen Batterie auf 105 kW begrenzt. Das Laden von 10 auf 80 Prozent soll in weniger als 27 Minuten möglich sein. Bei unserer Testfahrt lag der reale Verbrauch zwischen 12 und 14 kWh pro 100 Kilometer – ein Wert, der sich in dieser Fahrzeugklasse im üblichen Rahmen bewegt. Das Modell verfügt außerdem über eine Vehicle-to-Load-Funktion. Mit der großen Batterie liegt die Anhängelast bei maximal 1.200 Kilogramm.

Auf der Straße lässt sich der ID. Cross problemlos fahren: stabil, leise und wendig in der Stadt. Das neue „One-Box”-Bremssystem verbessert die Dosierbarkeit der Bremsen und die Energierückgewinnung. Allerdings schränken der Frontantrieb, der bei der Markteinführung alternativlos angeboten wird, und die wenig rückmeldungsfreudige Lenkung den Fahrspaß für all jene ein, die sich etwas mehr Dynamik wünschen. Die Höchstgeschwindigkeit, die je nach Version bei 150 oder 160 km/h liegt, reicht für das alltägliche Fahren aus. Auf langen Autobahnfahrten setzt das allerdings Grenzen.

Angesichts des Renault Scenic E-Tech, des Peugeot E-3008 oder der chinesischen Konkurrenz, die zunehmend an Boden gewinnt, hat der ID. Cross keinen Spielraum für Schwächen. Seine Ausstattung ist für diese Kategorie konkurrenzfähig. Seine größte Stärke bleibt die Marke, der viele europäische Käufer vertrauen. Sollten sich die Verarbeitung und die Serienausstattung der Vorserie bestätigen, hat das Modell gute Voraussetzungen, sich dauerhaft in einem hart umkämpften Segment zu etablieren. Entscheiden wird sich das im Herbst 2026.

Pluspunkte / Minuspunkte

Pluspunkte

– stimmiges Außendesign und eine deutlich verbesserte Innenausstattung

– großzügige Abmessungen (475 l Kofferraum) für diese Kategorie

– angenehmes Fahrverhalten und moderater Verbrauch

Minuspunkte

– außen montierte Rückfahrkamera

– Isofix mit Zuglaschen

Technische Daten:

  • Leistung (kW): 85 / 99 / 155 (116 / 135 / 211 PS)
  • Verbrauch (kWh / 100 km): 12–14 (gemessen bei unserer Testfahrt)
  • Ladeleistung (kW): AC: 11 / DC: 90 (37-kWh-Batterie) – 130 (52-kWh-Batterie)
  • Reichweite (km, nach WLTP): bis zu ca. 312 (37 kWh) – bis zu ca. 420–436 (52 kWh)
  • Grundpreis (€): ab 28.000 (endgültige Preise werden bei der offiziellen Präsentation im Sommer 2026 bekannt gegeben)