In Japan wird Modellpflege gelebt. Diese Denkart besteht darin, nicht unbedingt nur komplette Neuentwicklungen vorzustellen, sondern auf Bewährtem aufzubauen. Ein schon gut funktionierendes Produkt dient als Basis, und zahlreiche Verbesserungen werden angebracht – sei es grundlegende Weiterentwicklungen oder Optimierungen im Detail. Wieso die Kawasaki Z 900 (2026) diese Mentalität perfekt verkörpert, sehen wir uns nun an.
2014 führte Kawasaki mit der Z1000 das „Sugomi-Design“ ein und bleibt auch 2026 diesem Stil treu. Es soll eine intensive Aura oder eine Energie andeuten. Eine niedrige Front, ausgestattet mir futuristischen Led-Scheinwerfern und einem angehobenen Heck, verleiten der Maschine ein dynamisches, fast einschüchterndes Erscheinen. Das traditionelle Grün, sowie Grau und Metallic-Schwarz stehen bei der Lackierung zur Auswahl. Ein größeres, volldigitales 5“TFT-Display mit zentraler Schräglagenanzeige informiert nun den Fahrer. Im gleichen Sinne wurde auch die Elektronik auf den letzten Stand gebracht: Zur Ausstattung gehören Fahrerassistenzsysteme wie das „Kawasaki Traction Control“ (KTRC) und Kurven-ABS, Neigung und Beschleunigung werden über eine 6 Achsen-Trägheitseinheit (IMU) gemessen. Verschiedene Fahrmodi lassen sich über den linken Lenkerschalter auswählen, zudem sind serienmäßig Tempomat, Bluetooth-Konnektivität und Rideology-Sprachsteuerung inbegriffen.
Der heutige Reihen-Vierzylinder mit 948 ccm basiert auf der 2017 eingeführten Z 900. Auch wenn die Motorleistung mit 123 PS und das Drehmoment von 97,4 Nm mit der Einführung von Euro 5+ quasi unverändert blieben, lernten die Techniker aus Japan dem 2026-Aggregat durch ständige Verbesserungen gute Manieren bei: Die Gasannahme fühlt sich durch die neuen elektronischen Drosselklappen sehr direkt und präzise an. Der Durchzug ist schon im unteren und mittleren Drehzahlbereich überzeugend, und doch bleibt die Leistungsentfaltung sehr seidig, wie man es sich von einem Reihen-Vierzylinder erwartet. Bei höheren Drehzahlen haben die 123 PS wenig Mühe mit der 213 Kg recht leichten Maschine. Unser Test-Bike war mit einem visuell gutpassenden und gegen Aufpreis erhältlichen Akrapovic Endschalldämpfer ausgerüstet. Das Getriebe lässt sich butterweich schalten, der „Quickshifter“ funktioniert ab 1500 U/min ohne Zögerung oder Ruckeln in beide Richtungen.
Beim Fahren fühlt sich das Bike sehr vertrauensvoll an. Unser Test fand bei gemischten Wetterverhältnissen statt, und auch bei nasser Fahrbahn kam kein Misstrauen auf. Überarbeitete Fahrwerkeinstellungen tragen sicher hierzu bei, zu den Änderungen zählen eine modifizierte Fahrwerksgeometrie und Anpassungen an der Showa-Gabel sowie am hinteren Dämpfer. Leichtgängig und genau auf der Linie lässt sich die „Z“ in die Kurve kippen, der Fahrspaß steht bei diesem Naked-Bike ganz im Vordergrund! Für einen besseren Komfort sorgen größere Vibrationsdämpfer an den Lenkerenden und den Fußrasten sowie ein neuer Sitz. Obschon, wie bei Roadstern üblich, es keinen richtigen Windschutz gibt, sind weiter keine Luftverwirbelungen festzustellen.
Wie dem Test zu entnehmen, resultiert aus den schlauen Verbesserungen am Fahrwerk, dem Motor und der Elektronik ein recht homogenes Zweirad, das dem Stand von 2026 vollkommen entspricht. Richtige Schwachstellen kennt die Z 900 nicht, bei einigen Verarbeitungs-Details wie z.B. bei der Ummantelung von einzelnen elektrischen Kabeln wäre noch Luft nach oben. Doch für 9.790€ bietet sich Ihnen hier viel Motorrad fürs Geld.
Technische Daten:
Motor: Reihenvierzylinder wassergekühlt
Hubraum: 948 ccm
Motorleistung: 123 PS (91 kW) bei 9.500 U/min
Drehmoment: 97,4 Nm bei 7.700 U/min
Abgasnorm: Euro 5+
Getriebe: Sechs-Gang Getriebe mit Schaltassistent up + down
Masse: 213 Kg
Sitzhöhe: 830 mm
Tankinhalt: 17 Liter
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Geschmeidiger kraftvoller Motor
Handling und Fahrspaß
Leichtgängige Kupplung/ Getriebe/Schaltassistent
Preis
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Einzelne Verarbeitungsdetails