Der Peaq – ein großer, siebensitziger Elektro-SUV – krönt schon bald die Škoda-Modellpalette. Für eine erste Ausfahrt stellte der tschechische Hersteller nun ein getarntes Vorserienmodell bereit. Eine gute Gelegenheit, das Modell zu testen.
Der Peaq setzt von Beginn an mit seinem Format ein Zeichen. Mit 4,87 Metern Länge übertrifft er den Verbrenner Kodiaq um zwölf Zentimeter. Sein Radstand von 2,97 Metern schafft so viel Platz, wie es ihn bei Škoda noch nicht gab. Der große Radstand ist alles andere als ein Detail: Dadurch wird überhaupt erst eine dritte Sitzreihe möglich. Der SUV wird mit fünf oder sieben Sitzen angeboten.
Beim Fünfsitzer fasst der Kofferraum bei aufgestellten Rücksitzen 1.010 Liter, das höchste je bei einem Škoda-Modell gebotene Volumen und rund 100 Liter mehr als beim Kodiaq. Beim Siebensitzer liegt das Volumen bei 299 Litern. Hinzu kommt ein vorderes Staufach unter der Haube mit 37 Litern. Der Hersteller baut zudem das größte Panoramadach in seiner Geschichte ein. Es ist unterteilt in neun Segmente, die Tönung lässt sich elektrisch einstellen.
„Modern Solid“-Silhouette
Trotz der Tarnung sind die Proportionen gut erkennbar. Der Peaq übernimmt die mit dem Konzeptfahrzeug Vision 7S im Jahr 2022 eingeführte Designsprache „Modern Solid“. An der Frontpartie fällt das glänzend schwarze Tech-Deck-Face auf, links und rechts befinden sich Full-Matrix-LED-Scheinwerfer. Im Profil sind die bündig integrierten Türgriffe erkennbar – eine Premiere für den Hersteller. Sie optimieren die Aerodynamik. Die Räder sind je nach Ausstattungsvariante zwischen 19 und 21 Zoll groß. Zehn Farblackierungen stehen zur Wahl.
Innenraum trägt die Handschrift der Marke
Im Innenraum bleibt der Peaq der DNA von Škoda treu. Die Gestaltung setzt auf funktionale Schlichtheit. Der Qualitätseindruck stimmt mit dem aktuellen Niveau des Herstellers überein. Hinter dem Lenkrad befindet sich das digitale 10-Zoll-Kombiinstrument, rechts daneben der vertikale 13,6-Zoll-Infotainment-Bildschirm auf Android-Basis, kompatibel mit Spotify, YouTube und Google Maps. Ein Head-up-Display mit Augmented-Reality-Visualisierungen ist optional erhältlich.
Fünf Interieurwelten sind geplant, darunter eine Sportline-Variante. Die Suite-Designs umfassen Techtona-Bezüge. Dabei handelt es sich um eine hochwertige Alternative zu Leder, erhältlich in Schwarz oder in hellem Grau. Einige Varianten verzichten komplett auf Materialien tierischen Ursprungs und setzen stattdessen auf mehr als 50 Kilogramm recycelte Werkstoffe. Das optionale Relax-Paket bietet AGR-zertifizierte Sitze mit Massagefunktion, elektrisch ausfahrbare Beinauflagen, einen Klapptisch und eine Wellness-App, über die sich Klimatisierung, Ambientebeleuchtung und Massagefunktionen einstellen lassen. Das Paket umfasst zudem ein in Zusammenarbeit mit Sonos entwickeltes Soundsystem – eine Premiere im Automobilbereich für den amerikanischen Spezialisten.
Drei Antriebe auf der MEB-Plattform
Der Peaq baut auf der MEB-Plattform des Volkswagen-Konzerns auf, die hier in ihrer längsten Ausführung genutzt wird, und läuft in Mladá Boleslav vom Band. Der Hersteller kündigt drei Konfigurationen an. Die Version 60 mit Heckantrieb nutzt eine 63-kWh-Batterie. Die Leistung liegt bei 150 kW (204 PS), die Reichweite bei über 460 Kilometern. Die Version 90 leistet 210 kW (286 PS) und bietet mehr als 600 Kilometer Reichweite nach WLTP. Auch diese Version ist mit einem Heckantrieb ausgestattet. Bei der Version 90x kommt ein zweiter Motor für einen Allradantrieb mit 220 kW (299 PS) hinzu. Sie absolviert den Sprint von 0 auf 100 km/h in 6,7 Sekunden, ohne nennenswerte Einbußen bei der Reichweite.
Das Schnellladen von 10 auf 80 Prozent gelingt bei den 90er-Versionen in weniger als 28 Minuten, beim Einstiegsmodell in unter 27 Minuten. Das Gewicht liegt bei rund 2.300 Kilogramm. Das ist recht hoch, aber angesichts der Abmessungen und der Batteriekapazität nachvollziehbar. Im Gegensatz zu einigen direkten Wettbewerbern, die nach und nach auf 800 Volt umstellen, nutzt der Peaq eine 400-Volt-Architektur.
Fahrverhalten: Vorrang für Komfort
Auf den ersten Kilometern am Steuer des Vorserienmodells erweist sich der Peaq als erstaunlich wendig für seine Größe. Der Wendekreis von 9,9 Metern erleichtert das Rangieren in der Stadt. Die Lenkung ist präzise, aber nicht außergewöhnlich ansprechfreudig. Das passt zu einem Familien-SUV. Die Federung filtert die Fahrbahnunebenheiten gut heraus und präsentiert sich für ein Vorserienmodell mehr als zufriedenstellend. Der niedrige Schwerpunkt, eine Folge des Batterieeinbaus im Fahrzeugboden, trägt zu einer beruhigenden Fahrstabilität bei. Die Laufruhe bei konstanter Geschwindigkeit zählt zu den herausragenden Punkten bei dieser ersten Testfahrt.
Vorläufiges Fazit
Was sich auf Basis dieses ersten getarnten Vorserienfahrzeugs sagen lässt: Mit dem Peaq wird Škoda einen großen Elektro-SUV herausbringen, der praktikabel und auf eine intensive Nutzung von Familien zugeschnitten ist. Das Platzangebot, das Kofferraumvolumen und die Wendigkeit sprechen für ihn. Offen bleibt, wie hoch der reale Verbrauch im Alltag ausfallen wird und wie er sich letztlich auf langen Strecken verhält. Auch die Preise hat der Hersteller noch nicht kommuniziert. Die Markteinführung wird für Herbst 2026 erwartet.
Technische Daten Škoda Peaq
Version 60 (Heckantrieb)
- Leistung: 204 PS (150 kW)
- Batteriekapazität: 63 kWh
- elektrische Reichweite (WLTP): über 460 km
- Gewicht: rund 2.300 kg
Version 90 (Heckantrieb)
- Leistung: 286 PS (210 kW)
- Batteriekapazität: 91 kWh
- elektrische Reichweite (WLTP): über 600 km
- Gewicht: rund 2.300 kg
- Grundpreis: noch nicht bekannt
Version 90x (Allradantrieb)
- Leistung: 299 PS (220 kW)
- Batteriekapazität: 91 kWh
- elektrische Reichweite (WLTP): über 600 km
- Gewicht: rund 2.300 kg