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Mit dem C-HR+ hat sich Toyota nicht darauf beschränkt, sein bekanntes SUV-Coupé zu elektrifizieren. Der japanische Hersteller bringt ein völlig neues Modell auf den Markt, das von Beginn an als Elektrofahrzeug entwickelt wurde. Trotz einer Bezeichnung, die unmittelbar an den Hybrid-C-HR erinnert, beruht der C-HR+ auf einer völlig anderen technischen Philosophie. Auf der konzerneigenen Elektroplattform e-TNGA aufgebaut, soll er zu einer der Säulen der Null-Emissions-Offensive von Toyota in Europa werden.

Optisch bewahrt der C-HR+ die stilistische DNA des Hybridmodells, mit einer ausgeprägten SUV-Coupé-Silhouette, skulptural gestalteten Flanken und einer Lichtsignatur, die beide Heckleuchten verbindet. Dennoch teilt er mit seinem hybriden Namensvetter praktisch kein Karosserieteil. Der C-HR+ ist deutlich größer: 4,52 m lang, 1,87 m breit und 1,60 m hoch, bei einem Gewicht von 1.940 kg.

Die Aerodynamiker haben der Effizienz des Fahrzeugs besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Jedes Karosserieelement trägt dazu bei, Verwirbelungen zu verringern: bündig abschließende Türgriffe, ein weitgehend verkleideter Unterboden, ein verlängerter Heckspoiler, ein integrierter Diffusor und eine ausgefeilte Führung der Luftströmung um die Räder. Der Luftwiderstandsbeiwert (cw) erreicht so 0,262, ein besonders konkurrenzfähiger Wert im Segment der kompakten Elektro-SUV. Diese Zahl dient nicht allein den Fahrleistungen: Sie senkt unmittelbar den Energieverbrauch auf der Autobahn, wo der Luftwiderstand die Hauptquelle des Fahrwiderstands ist. Diese Optimierung erklärt zum Teil den WLTP-Normverbrauch dieser Ausstattung Business von 13,4 kWh/100 km.

Ein Innenraum, der vom Elektroantrieb her gedacht ist

Das Interieur bricht mit den klassischen Toyota-Modellen. Die Architektur ist stärker horizontal ausgerichtet und betont das Raumangebot an Bord. Der großzügige Radstand, den die Plattform e-TNGA ermöglicht, kommt unmittelbar den Passagieren im Fond zugute, während der fehlende Mitteltunnel den Komfort verbessert.

Vor dem Fahrer sitzt ein digitales 7-Zoll-Kombiinstrument im oberen Bereich des Armaturenbretts, ergänzt durch einen sehr flüssig arbeitenden 14-Zoll-Multimediabildschirm in der Mitte. Er bietet eine vernetzte Navigation mit Routenplaner und Vorkonditionierung der Batterie vor der Ankunft an einer Ladesäule, kabelloses Apple CarPlay und Android Auto, Lenkrad- und Sitzheizung, mehrere USB-C-Anschlüsse sowie eine doppelte induktive Ladefläche. Die Sitze dieser Ausstattung sind manuell verstellbar, die Sitzfläche ist angenehm. Die Bedienelemente für Radio und Tempomat sowie jene für die Menüs des 7-Zoll-Displays sind direkt ins Lenkrad integriert.

Die Geräuschdämmung profitiert von der Arbeit an der Elektroplattform. Da der Verbrennungsmotor fehlt, treten Abrollgeräusche stärker hervor. Toyota hat daher die Dämmmaterialien verstärkt und eine Doppelverglasung eingesetzt, um einen ausgezeichneten akustischen Komfort zu erhalten. Für die Beheizung verfügt der C-HR+ über eine Wärmepumpe, die den Energieverbrauch begrenzen soll. Alle fahrrelevanten Bedienelemente sind auf einer Mittelkonsole zusammengefasst, die sehr massiv wirkt. Drei Fahrmodi stehen zur Verfügung: Normal, beim Start voreingestellt, sowie Eco und Snow, die sich direkt über die Mittelkonsole aufrufen lassen. Die Kunststoffe bleiben recht hart, doch die Verarbeitung ist sehr gut und frei von Störgeräuschen. Der Kofferraum fasst 416 Liter, was für eine kleine Familie völlig ausreicht.

Ein moderner und effizienter Antriebsstrang

Unter der Karosserie verbirgt sich eine besonders ausgereifte Technik. Die Version Business erhält die Lithium-Ionen-Batterie mit 77 kWh Bruttokapazität, kombiniert mit einem Antrieb an der Vorderachse, der 224 PS (165 kW) leistet. Der Elektromotor stammt von Aisin, einem langjährigen Partner von Toyota und anerkannten Spezialisten für Getriebe und elektrifizierte Antriebsstränge. Dieser permanenterregte Synchronmotor zeichnet sich durch seine hohe Leistungsdichte, seinen ausgezeichneten Wirkungsgrad und seine Fähigkeit aus, das maximale Drehmoment sofort bereitzustellen.

Die Batterie stammt von Prime Planet Energy & Solutions (PPES), einem Gemeinschaftsunternehmen der Toyota Motor Corporation und der Panasonic Corporation, und ist zwischen den beiden Achsen eingebaut. Sie trägt unmittelbar zur strukturellen Steifigkeit des Fahrzeugs bei. Ihre Flüssigkeitskühlung hält eine optimale Temperatur, um die Ladeleistung und die Lebensdauer der Zellen zu erhalten.

Toyota gibt eine Reichweite von bis zu 607 km nach WLTP an und positioniert den C-HR+ damit unter den Referenzen im Segment der kompakten Elektro-SUV mit großer Reichweite. In der Praxis haben wir bei unserem einwöchigen Test im gemischten Betrieb und bei extremer Hitze annähernd 500 km Reichweite erreicht, und das bei täglicher Nutzung der Klimaanlage.

Auch das Laden zählt zu den Stärken. Das Fahrzeug nimmt bis zu 150 kW Gleichstrom (DC) auf, womit sich der Ladestand unter optimalen Bedingungen in rund 28 Minuten von 10 auf 80 % bringen lässt. Bei Wechselstrom erreicht das serienmäßige Bordladegerät 11 kW, was für eine Ladung über Nacht genügt.

Ein Fahrwerk, das Fahrfreude zurückbringen soll

Der C-HR+ bietet nicht nur eine gute Reichweite, Toyota hat auch an seinem Fahrverhalten gearbeitet. Die Plattform e-TNGA weist eine spürbar höhere Torsionssteifigkeit auf als Plattformen für Verbrenner. Zusammen mit der sehr tief liegenden Batterie senkt sie den Schwerpunkt deutlich ab. Die vordere Einzelradaufhängung nach dem McPherson-Prinzip ist mit einer Mehrlenker-Hinterachse kombiniert, eine aufwendigere, aber auch wirksamere Architektur, um Fahrpräzision und Komfort gleichermaßen zu erhalten.

Die elektrische Servolenkung wurde für dieses Modell neu abgestimmt, um mehr Rückmeldung zu bieten, was das Auto sehr präzise macht. Die Aufbaubewegungen bleiben trotz der für ein SUV typischen hohen Bodenfreiheit begrenzt, während die nahezu ausgewogene Gewichtsverteilung für ausgezeichnete Stabilität in Kurven sorgt. Die Rekuperation beim Lupfen des Fahrpedals setzt gleichmäßig ein, ohne unangenehmes Ruckeln. Mehrere Rekuperationsstufen erlauben es, das Verhalten an die Verkehrsbedingungen anzupassen, besonders im Stadtverkehr. Ein One-Pedal-Drive bietet der C-HR+ allerdings nicht, das Fahrzeug muss also mit der mechanischen Bremse zum Stillstand gebracht werden. Trotz eines Gewichts von fast zwei Tonnen, unmittelbare Folge der Batterie, bewahrt sich der C-HR+ dank seines sauber abgestimmten Fahrwerks und der sofortigen Reaktion des Elektroantriebs eine gewisse Agilität.

Fazit

Mit dem C-HR+ zeigt Toyota, dass sich sein Weg zum Elektrofahrzeug nicht mehr auf die bloße Anpassung bestehender Modelle beschränkt. Auf einer eigenen Plattform entwickelt, mit besonders sorgfältiger Aerodynamik, einem effizienten Antrieb von Aisin und einer WLTP-Reichweite von mehr als 600 km in dieser 77-kWh-Version, zeigt das neue japanische SUV eine echte technische Reife. Die Ausstattung Business zielt klar auf Gewerbekunden und Vielfahrer, doch ihre Ausgewogenheit dürfte auch Privatkunden überzeugen, die ohne größere Kompromisse auf ein Elektrofahrzeug umsteigen wollen. Mehr als nur ein neues Modell markiert der C-HR+ wohl den Beginn einer neuen Generation elektrischer Toyota, die es bei Effizienz wie bei Fahrfreude mit den europäischen und koreanischen Referenzen aufnehmen können.

Der C-HR+ ist ab 41.100 € inkl. MwSt. in der Ausstattung Dynamic mit kleiner Batterie und ab 42.305 € inkl. MwSt. in der Ausstattung Business mit großer Reichweite erhältlich.

Technische Daten

Leistung : 224 PS (165 kW)

Drehmoment : 268,6 Nm

Batteriekapazität : 77 kWh

Verbrauch WLTP : 13,4 kWh/100 km

Elektrische Reichweite WLTP : 607 km

Beschleunigung 0-100 km/h : 7,3 s

Bordladegerät AC : 11 kW

Ladeleistung DC : 150 kW

Laden von 10 auf 80 % : 28 Minuten

Gewicht : 1.940 kg

Basispreis : ab 41.100 €

Unsere Meinung

Pro :

– Reichweite

– Platzangebot im Innenraum

– Handlichkeit

– Geräuschdämmung

Kontra :

– Harte Kunststoffe

– Kein Handschuhfach

– Massive Mittelkonsole