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Avec ses casques moto, le fabricant allemand Schuberth se positionne sur le segment premium. Andreas Krüger, directeur du développement, nous explique comment naît un nouveau casque, ce qui le distingue des modèles d’entrée de gamme et quelles technologies pourraient s’y inviter à l’avenir.

Nehmen Sie uns mit in Ihre Produktentwicklung: Wie entsteht ein Motorradhelm?

ANDREAS KRÜGER

Die Entwicklung beginnt mit einem Design, das auf Zeichnungen basiert. Aus diesen Zeichnungen fertigen wir Clay‑Modelle, also 1:1‑Modelle aus einem Knetwerkstoff, die uns die erste Linienführung und die Proportionen des Helms zeigen. Sobald wir mit der Formgebung und den Proportionen zufrieden sind, beginnt die konstruktive Arbeit und wir erstellen den ersten Funktionsprototypen. Parallel prüfen wir gemeinsam mit unserer Produktion, ob sich die vorgesehenen Elemente herstellen lassen. Im Anschluss bereiten wir die Serienfertigung des Helms vor. Je nach Komplexität kann der Entwicklungsprozess zwischen 12 und 30 Monaten dauern.

Wie intensiv testen Sie den Helm?

ANDREAS KRÜGER

Bereits ab dem ersten Clay-Modell führen wir erste Tests durch. Frühe aerodynamische Untersuchungen ermöglichen es uns, die Helmform lange vor der Werkzeugfertigung zu validieren und zu verfeinern. Auf Basis der Ergebnisse optimieren wir Prototypen, bis die Anforderungen beispielsweise an Aerodynamik, Akustik und Tragekomfort erfüllt sind. Parallel dazu führt unser hauseigenes Prüflabor im Werk die erforderlichen ECE-Homologationstests sowie ein umfassendes Prüfprogramm nach internem Schuberth-Standard durch. So gewährleisten wir, dass wir nicht nur die gesetzlichen Vorgaben erfüllen, sondern auch unsere eigenen, höheren Qualitäts-, Sicherheits- und Leistungsanforderungen über den gesamten Entwicklungsprozess hinweg.

Was sind die wichtigsten Faktoren bei der Entwicklung eines Motorradhelms?

ANDREAS KRÜGER

Wir unterscheiden zwischen aktiver und passiver Sicherheit. Die passive Sicherheit ist in der Helmnorm geregelt, also wie der Helm den Motorradfahrer im Fall eines Crashs schützt. Ebenso wichtig ist die aktive Sicherheit. Dies sind all die Eigenschaften, die dazu beitragen, dass es gar nicht erst zu einem Unfall kommt: die effektive Belüftung des Helmes, die den Komfort erhöht und Ermüdung vorbeugt, sowie niedrige Geräuschpegel, die Ablenkung verringern. Diese Eigenschaften sind uns in der Entwicklung sehr wichtig. Der Kunde soll gar nicht erst in eine Situation kommen, in der der Helm seine Stoßdämpfungseigenschaften entfalten muss.

Schuberth ist im Premium-Bereich angesiedelt, auf dem Markt sind aber auch schon Helme für unter 100 Euro zu finden. Worin liegt der Unterschied?

ANDREAS KRÜGER

Auch preiswerte Helme sind nach der Norm ECE 22.06 für den europäischen Markt homologiert und erfüllen somit die Anforderungen an die passive Sicherheit. Wesentliche Unterschied liegen in der aktiven Sicherheit, also beim Komfort, beim Fitting, der Geräuschentwicklung und Aerodynamik. Für kurze Fahrten reichen günstige Helme meist aus. Vielfahrer hingegen merken sehr schnell, dass sie damit an ihre Grenzen gelangen. Hochwertige Helme bieten spürbare Vorteile bei Belüftung, Geräuschentwicklung, Passform, Aerodynamik sowie optionalen Komfort und Kommunikationsfunktionen. Diese Vorteile zeigen sich besonders beim Pendeln oder regelmäßigen Touren.

Wann ist es Zeit, einen gebrauchten Helm gegen einen neuen auszutauschen?

ANDREAS KRÜGER

Wir empfehlen ein Austausch nach fünf Jahren, wobei der Helm auch länger nutzbar sein kann, je nachdem, wie intensiv er verwendet wurde und wie stark er Witterungseinflüssen ausgesetzt war. Die Innenausstattung lässt sich bei den meisten Helmen erneuern. Entscheidend für den Schutz ist jedoch die EPS-Innenschale. Diese darf weder Risse noch Sprödigkeit aufweisen. Nach einem Unfall darf ein Helm auf keinen Fall weiterverwendet werden, da seine Schutzfunktion nicht mehr gewährleistet ist.

Was hat sich zuletzt beim Zubehör getan?

ANDREAS KRÜGER

Mit der neuen ECE-Norm 22.06 hat sich im Bereich Zubehör sehr viel verändert. Der große Unterschied ist, dass heute nicht mehr nur der Helm selbst homologiert werden muss, sondern auch das Zubehör, das daran angebracht wird. Dadurch sind die Anforderungen deutlich gestiegen. Wichtig für Kunden: Ein homologierter Motorradhelm darf in Europa nur mit zugelassenem Zubehör genutzt werden, da sonst die Zulassung erlöschen kann. Das kann bei einem Unfall oder auch bei Polizeikontrollen relevant werden. Genau aus diesem Grund gehen immer mehr Hersteller dazu über, Kommunikationssysteme direkt in ihre Helme zu integrieren und entsprechend zu homologieren.

Welche technologischen Neuheiten sehen Sie bei Motorradhelmen?

ANDREAS KRÜGER

Ein wichtiger Trend ist Smartification. In die Helme werden Features wie Kommunikationssysteme, Rücklichter oder Crash-Detection-Lösungen integriert. Wir selbst bringen gerade mit unserem Partner Cardo einen neuen Helm mit aktiver Geräuschunterdrückung heraus. Das Interesse ist überwältigend und wir sind gespannt, wie die Kunden den Helm nun annehmen. Insgesamt passiert also einiges. Der Motorradhelm ist definitiv noch nicht zu Ende entwickelt.

Mehr Sicherheit für Motorradfahrer

Seit 2024 dürfen in der EU ausschließlich Motorradhelme verkauft werden, die der aktuellen Norm ECE 22.06 entsprechen. Die Prüfverfahren wurden dabei deutlich verschärft, um den Schutz von Motorradfahrern weiter zu erhöhen. Im Vergleich zur vorherigen Norm werden nun mehr Aufschlagpunkte am Helm getestet. Zusätzlich wurde ein Rotationstest eingeführt, der die Drehbewegungen des Kopfes bei einem Aufprall simuliert. Auch integrierte Sonnenblenden werden mittlerweile in die Prüfungen einbezogen. Darüber hinaus wird die Widerstandsfähigkeit des Visiers intensiver getestet.