428 PS, eine 34,46-kWh-Batterie, bis zu sieben Sitze und mehr als 1.000 Kilometer kombinierte Reichweite: Das neue Flaggschiff von Jaecoo bietet Werte, die bei Plug-in-Hybriden selten sind – zu einem Preis, den die Konkurrenz kaum unterbieten kann. Antonio da Palma Ferramacho hat es getestet. Das Urteil im Video.
Nach dem Jaecoo 7 rückt die Tochter des chinesischen Chery-Konzerns eine Klasse höher. Der Jaecoo 8 ist 4,82 Meter lang und 1,71 Meter hoch. Der Radstand von 2,82 Metern lässt ihn imposanter wirken, als er ist. Das Design auf 20-Zoll-Felgen orientiert sich an bekannten Vorbildern: Die Scheinwerfer erinnern an Audi, das Heck an Range Rover. Übertrieben wirkt das nicht. Insgesamt steht der SUV robust und sauber gezeichnet da.
Vier Motoren, Rekordreichweite
Unter der Haube, die auf Gasdruckdämpfern ruht, arbeitet ein 1,5-Liter-Turbobenziner mit hohem Wirkungsgrad. Elektromotoren an beiden Achsen unterstützen ihn: Der Jaecoo 8 SHS-P hat Allradantrieb. Die Systemleistung beträgt 428 PS, das Drehmoment rund 580 Nm. Damit beschleunigt der große Familien-SUV in 5,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
Wichtigster Trumpf bleibt die 34,46-kWh-Batterie, außergewöhnlich groß für einen Plug-in-Hybrid. Sie ermöglicht mehr als 130 Kilometer elektrische Reichweite nach WLTP. Geladen wird mit 6,6 kW Wechselstrom oder mit bis zu 70 kW Gleichstrom. Die kombinierte Reichweite gibt der Hersteller mit über 1.200 Kilometern an. Unser Test bestätigte das: Nach 250 gefahrenen Kilometern zeigte der Bordcomputer noch 890 Kilometer Restreichweite an. Der Verbrauch lag bei 6,4 l/100 km und damit nahe an den 6,8 Litern, die der Hersteller bei leerer Batterie angibt.
Sieben Sitze, überraschend hochwertig verarbeitet
Der Innenraum erinnert an Mercedes-Modelle, bis hin zu den Sitzverstellungen in den Türverkleidungen und den Hochtönern im Burmester-Stil. Die Vordersitze lassen sich heizen und belüften, zudem bieten sie eine Massagefunktion. Das Panoramadach öffnet in zwei Stufen. Die getestete Variante bietet sieben Sitze und einen völlig ebenen Boden. Bei aufgestellter Rückbank fasst der Kofferraum 738 Liter. Ein praktisches Manko: Für die Ladekabel gibt es kein eigenes Staufach.
Bei der Bedienung bleibt Luft nach oben. Wer bestimmte Funktionen auf dem zentralen Touchscreen erreichen will, muss sich vom Sitz lösen. Physische Direkttasten sind rar. Zudem nervten im Test die zahlreichen Warntöne, die Fahrer bei jedem Start aufs Neue deaktivieren müssen.
Komfortabel abgestimmt
Auf der Straße setzt das adaptive Fahrwerk klar auf Komfort. In Kurven neigte sich die Karosserie nur wenig. Die Bremse wechselte ruckfrei zwischen Rekuperation und mechanischer Verzögerung. Dank Doppelverglasung blieb es im Innenraum angenehm leise. Die stark gefilterte Lenkung gibt allerdings wenig Rückmeldung.
Mit einem Preis von 55.000 Euro und kompletter Serienausstattung erfüllt der Jaecoo 8 SHS-P fast alle Erwartungen, lautet das Fazit von Antonio da Palma Ferramacho: gut gemacht, praktisch, leistungsstark und aggressiv eingepreist.