BMW hat die Produktion des Z4 im März 2026 eingestellt. Mit der Final Edition verabschiedet sich der Hersteller von diesem Roadster, bevor das Modell zur Rarität auf unseren Straßen wird. Wir fuhren die Version sDrive30i.
Bei BMW war der Roadster nie eine tragende Säule des Modellprogramms wie bei Porsche oder Mazda. Dennoch lieferte der Hersteller im Laufe der Zeit einige markante Interpretationen ab, von den Vorkriegsmodellen 328 und 507 bis zum Z8 der 2000er-Jahre. Der Z4 bildet nun den Schlusspunkt dieser Reihe: Nach drei Generationen und knapp einem Vierteljahrhundert Bauzeit verabschiedet sich der zweisitzige Roadster mit der Final Edition, einer Abschiedsserie, die nur für ein begrenztes Zeitfenster bestellbar war und beste Chancen auf Sammlerstatus hat. Auf den Straßen wird der Z4 künftig selten, sein Status dürfte ihn aber weiterhin begehrt machen. Wir fuhren ihn in der Version sDrive30i.
Der Z4 selbst durchlief drei Generationen. Er kam im Herbst 2002 auf den Markt (E85), gebaut in Spartanburg in den USA, mit langer Motorhaube und weit hinten liegender Sitzposition. Die zweite Generation (E89, 2008) brachte ein festes Klappdach aus Aluminium. Die dritte Generation (G29), 2018 in Pebble Beach vorgestellt, kehrte zum elektrischen Stoffverdeck zurück und setzte auf ein reduziertes, fahrerorientiertes Cockpit. Als technischer Cousin des Toyota Supra, dessen Laufbahn ebenfalls geendet hat, wurde er bei Magna Steyr in Österreich gefertigt. Diese dritte Generation krönt die Final Edition.
Die Sondermodelle erkennt man an der exklusiven Lackierung Frozen Black, die serienmäßig mit der glänzenden BMW Individual Shadow Line und der leichten M-Sport-Bremsanlage mit roten Sätteln kombiniert wurde. Im Innenraum verbanden kontrastierende rote Ziernähte Armaturenbrett, Mittelkonsole, Türverkleidungen und die M-Sport-Sitze aus Vernasca-Leder und Alcantara. Ein M-Lenkrad aus Alcantara sowie spezielle Einstiegsleisten rundeten das Paket ab. Die Final Edition stand für die gesamte Baureihe zur Verfügung, vom sDrive20i (197 PS) über den sDrive30i (258 PS) bis zur M40i (340 PS, Reihensechszylinder), stets in der Ausstattung M Sport. Nur die M40i, der mechanische Cousin des Toyota Supra, bot ein Schaltgetriebe als Ergänzung zur Automatik an. Die übrigen Motorisierungen gab es ausschließlich mit der Achtgang-Steptronic. Der Aufpreis betrug 4500 Euro für sDrive30i und M40i sowie 7500 Euro für den sDrive20i.
Anders als oft angenommen, war diese europäische Final Edition nicht auf eine bestimmte Stückzahl begrenzt: BMW nannte keine Produktionszahl. Die Seltenheit ergibt sich aus dem kurzen Verkaufszeitraum, nicht aus einer gedeckelten Auflage, denn die Fertigung lief nur über ein kurzes Zeitfenster im Frühjahr 2026. Die Stückzahlen blieben ohnehin überschaubar: In Deutschland ließ BMW im vergangenen vollen Jahr nur rund 2860 neue Z4 zu, was die geringe Größenordnung verdeutlicht. Ergänzend dazu gab es eine Z4 M40i Final Edition für den US-Markt, die ebenfalls zeitlich begrenzt war und aus derselben letzten Serie stammte, ihre Produktion ist also ebenfalls beendet.
In technischer Hinsicht setzt der sDrive30i auf einen Vierzylinder-Turbomotor mit zwei Liter Hubraum, 190 Kilowatt (258 PS) und 400 Newtonmetern Drehmoment, gekoppelt an eine Achtgang-Steptronic-Automatik mit Hinterradantrieb. Den Sprint von null auf 100 km/h absolviert er in 5,4 Sekunden, den Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h in 4,1 Sekunden, die abgeregelte Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Der WLTP-Verbrauch wird mit 7,2 bis 7,4 Liter auf 100 Kilometer angegeben, der CO2-Ausstoß mit 163 bis 167 Gramm pro Kilometer. Bei einer Länge von 4324 Millimetern, einer Breite von 1864 Millimetern und einer Höhe von 1304 Millimetern sowie einem Radstand von 2470 Millimetern und einem Gewicht von rund 1540 Kilogramm bietet er einen Kofferraum von 281 Litern und ein elektrisch bedienbares Stoffverdeck.
Auf der Straße hielt der sDrive30i, was er versprach. Die tiefe Sitzposition kurz vor der Hinterachse, die direkte, rückmeldungsfreudige Lenkung und die nahezu ausgewogene Gewichtsverteilung sorgten für ein neutrales, vertrauenerweckendes Handling, das sich in Kurvenkombinationen leicht dosieren ließ. Das früh anliegende Drehmoment machte den Vierzylinder schon bei niedrigen Drehzahlen kräftig, während die Automatik zügig und passend schaltete, ohne den Fahrer je im Stich zu lassen. Das Verdeck öffnete sich innerhalb weniger Sekunden, auch bei langsamer Fahrt, was den Fahrspaß verlängerte. Kritikpunkte blieben eine weniger gut ablesbare Digitalanzeige als bei guten klassischen Rundinstrumenten sowie mitunter zu forsch eingreifende Fahrerassistenzsysteme.
Die Final Edition setzt einen stimmigen und eleganten Schlusspunkt für den Z4. Da die Produktion beendet ist und auf ein kurzes Zeitfenster im Frühjahr 2026 begrenzt blieb, wird der Roadster aus München auf unseren Straßen schnell seltener. In einer Zeit, in der reine Verbrenner-Roadster zur bedrohten Art werden, dürfte diese angekündigte Seltenheit das Interesse von Liebhabern zusätzlich anheizen und wohl auch den künftigen Marktwert steigern. Wer einen BMW-Roadster mit Sammlerpotenzial sucht, findet hier ein schmales Zeitfenster, aber eine reale Gelegenheit.
Technische Daten — BMW Z4 sDrive30i Final Edition
| Merkmal | BMW Z4 sDrive30i Final Edition |
| Motor | Vierzylinder-Turbo (B48) |
| Leistung (PS / kW) | 258 / 190 |
| Drehmoment (Nm) | 400 |
| Getriebe | Achtgang-Automatik Steptronic, Hinterradantrieb |
| Beschleunigung (0–100 km/h in Sek.) | 5,4 |
| Zwischenspurt (80–120 km/h in Sek.) | 4,1 |
| Vmax (km/h) | 250 (abgeregelt) |
| Verbrauch (l/100 km, nach WLTP) | 7,2–7,4 |
| CO2 (g/km) | 163–167 |
| Länge (mm) | 4324 |
| Breite (mm) | 1864 |
| Höhe (mm) | 1304 |
| Radstand (mm) | 2470 |
| Gewicht (kg) | ca. 1540 |
| Kofferraum (l) | 281 |
| Aufpreis Final Edition (€) | 4500 (sDrive30i / M40i) – 7500 (sDrive20i) |
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