Mehr als 20 Jahre nach seinem Produktionsende feiert der Honda Prelude sein Comeback als Hybrid-Coupé.
Der Honda Prelude, der von 1978 bis 2001 gebaut wurde, kehrt als Hybridmodell zurück. Das japanische Coupé basiert auf der Plattform des Civic. Statt auf harte Leistung setzt Honda auf intelligente Sportlichkeit und Effizienz, die für Fahrfreude sorgt.
Silhouette von der Luftfahrt inspiriert
Bei der Linienführung ließ sich Honda von Segelflugzeugen inspirieren. Die Linien sind fließend, die Flächen klar konturiert, um die Stabilität bei hohem Tempo zu verbessern und den Verbrauch zu senken. Vorne betonen die horizontale Lichtsignatur und der dezente Kühlergrill die Breite des Fahrzeugs. Im Profil ist die flach abfallende Dachlinie erkennbar. Das Dach verfügt über zwei Wölbungen, wodurch etwas mehr Kopffreiheit entsteht. Die 19-Zoll-Felgen und die blauen Brembo-Bremssättel geben dem Fahrzeug eine sportliche Anmutung. Die Heckklappe und die Lichtsignatur hinten erinnern an vorherige Generationen.
Cockpit auf den Fahrer ausgerichtet
An Bord finden sich die Grundprinzipien von Honda wieder: niedrige Sitzposition, gute Ergonomie, auf den Fahrer ausgerichtete Instrumente. Das Armaturenbrett ähnelt dem des Civic. Hinter dem Lenkrad befindet sich das individualisierbare 10,2-Zoll-Kombiinstrument, in der Mitte ein 9-Zoll-Touchscreen. Bei dem Coupé handelt es sich um einen 2+2-Sitzer. Für gelegentliche Fahrten ist also auf den Rücksitzen Platz. Vier Fahrmodi (Comfort, GT, Sport, Individual) beeinflussen Fahrwerk, Lenkung, Gasannahme und Klang.
Neuer Hybridantrieb
Honda verzichtet beim Prelude auf den atmosphärischen VTEC-Motor und setzt stattdessen auf die neueste Generation des e:HEV-Hybridsystems: einen 2-Liter-Vierzylinder-Benziner im Atkinson-Zyklus mit 143 PS kombiniert mit zwei Elektromotoren. Der Verbrennungsmotor arbeitet vor allem als Generator. Überschüssige Energie wird in einer 1,05-kWh-Batterie, die sich unter der Rücksitzbank befindet, gespeichert. Bei konstanter Geschwindigkeit verbindet eine Überbrückungskupplung den Motor direkt mit den Rädern, um den Wirkungsgrad zu verbessern. Fürs Fahrgefühl werden mangels herkömmlichem Getriebe Gangwechsel wie bei einer klassischen Automatik simuliert. Mit einer Systemleistung von 184 PS und 315 Nm, die sofort verfügbar sind, setzt der Prelude eher auf Reaktivität denn auf reine Leistung. Er verbraucht 5,2 l/100 km nach WLTP, die bei unserem Test in einem günstigen Mischbetrieb auf unter 4 l/100 km sanken. Beim dynamischen Fahren auf der Autobahn sind es rund 5,5 l/100 km. Das S+-Shift-System sorgt für ein besseres Fahrerlebnis: Mit Schaltwippen am Lenkrad lässt sich per Hand virtuell schalten.
Fahrwerk bereitet Freude
Honda hat auf sein Know-how bei Sportfahrzeugen zurückgegriffen und mehrere Elemente des Civic Type R FL5 übernommen: eine Doppelachsen-Vorderradaufhängung für mehr Präzision, breitere Spurweiten für mehr Stabilität in Kurven und Brembo-Bremssättel mit vier Kolben. Die speziell abgestimmten adaptiven Dämpfer sorgen für ein Gleichgewicht zwischen Aufbaukontrolle, Präzision und Komfort statt Härte. Der tiefe Schwerpunkt begrenzt Lastwechsel. Die progressive und präzise Lenkung liefert eine gute Rückmeldung, wirkt im Alltag aber nicht schwergängig. Die Rekuperation, die über acht Stufen einstellbar ist, arbeitet sehr gut mit den mechanischen Bremsen zusammen und sorgt so für ein natürliches Bremsgefühl. Auf kurvigen Strecken ermöglichen das sofort verfügbare elektrische Drehmoment und die vom Type R übernommene Vorderachse ein präzises Einlenken in die Kurve sowie eine gute Traktion beim Herausbeschleunigen. Insgesamt gibt sich das Sportcoupé feinfühlig und kommunikativ – ein sicheres Fahrgefühl und Komfort sind also mit an Bord.
Fazit: Die Wiedergeburt ist gelungen
In einem Markt, in dem Coupés immer seltener werden, beweist der neue Prelude, dass Energieeffizienz und Fahrfreude sich nicht ausschließen müssen. Honda setzt nicht auf Leistung um jeden Preis, sondern auf ein elegantes Design, ein ausgereiftes Fahrwerk und eine ausgefeilte Hybridtechnologie, ganz im Sinne seiner DNA. Der Prelude ist ausschließlich in der Ausstattung Advance ab 48.350 Euro erhältlich und wird in begrenzter Stückzahl auf dem europäischen Markt angeboten.
Technische Daten
Honda Prelude
Points forts
- gelungenes Design
- effizienter Antrieb
- Fahrwerk
- Chassis
Points faibles
- Kofferraumvolumen
- Rücksitze schwer zugänglich