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Der Name Supra, abgeleitet vom lateinischen Wort für „darüber hinaus“, erscheint 1978 als leistungsstärkere Variante des Celica. Von den ersten Generationen A40/A50 bis zum legendären A80 der 1990er-Jahre bleibt das Rezept konstant: ein Reihensechszylinder, eine Heckantriebsarchitektur und eine ausgeprägt sportliche Ausrichtung. Nach einer Unterbrechung im Jahr 2002 markiert die fünfte Generation A90 im Jahr 2019 die Rückkehr des Supra, vorangetrieben von Akio Toyoda alias „Master Driver Morizo“. Insbesondere auf der Nordschleife des Nürburgrings entwickelt, folgt diese neue Auflage dem Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung. Die Version Lightweight EVO setzt diesen Ansatz fort: verfeinern, optimieren und den Fahrer noch näher an die Straße bringen.

Design: eine funktionale Weiterentwicklung

Der GR Supra behält seine charakteristischen Proportionen bei: lange Motorhaube, weit nach hinten gerückter Innenraum und kurzer Radstand. Diese Auslegung trägt in Verbindung mit einer breiten Spur zum Erreichen des „goldenen Verhältnisses“ (Verhältnis zwischen Radstand und Spurweite) bei, das zur Optimierung der Handlichkeit angestrebt wird. Das Doppelhöcker-Dach, eine historische Signatur, ist nicht allein eine Stilfrage: Es trägt dazu bei, den Luftwiderstand zu verringern und die Luftströmung zu verbessern. Die Arbeit setzt sich unter der Karosserie fort, mit einem optimierten Unterboden, der das Fahrzeug bei hohem Tempo stabilisiert, während die Gestaltung des Kofferraums den Auftrieb begrenzt.

Die Version Lightweight EVO bringt gezielte Weiterentwicklungen mit sich: einen Ducktail-Heckspoiler aus Kohlefaser, neue Luftleitelemente an den vorderen Radläufen und mattschwarze 19-Zoll-Felgen. Das Ganze zielt darauf ab, das Gewicht zu senken, die aerodynamische Balance vorn/hinten zu verbessern und den Abtrieb zu erhöhen, in einem unmittelbar vom Motorsport inspirierten Ansatz. Bei den Abmessungen ändert sich nichts: 4,379 m lang, 1,854 m breit und 1,294 m hoch, und das alles bei 1.575 kg.

Innenraum: Präzision und Engagement

Schon beim Öffnen der Türen stellt sich sofort eine sportliche Atmosphäre ein. Die Sitze sind sehr tief positioniert, so nah wie möglich an der Straße, und bieten eine Sitzposition mit ausgestreckten Beinen, ideal für eine sportliche Fahrweise. Mit ihrer kleinen Windschutzscheibe und dem Gefühl der Nähe zum Asphalt vermittelt das Fahrzeug fast den Eindruck, in einer echten Rennmaschine Platz zu nehmen.

Der Innenraum ist als strikter Zweisitzer ausgelegt, ganz auf den Fahrer ausgerichtet. Die vom Rennsport inspirierten Sitze bieten einen ausgezeichneten Seitenhalt und verstärken das Gefühl der Verbindung mit dem Fahrzeug in schnellen Kurvenkombinationen. Die Ausstattung Lightweight EVO hebt sich durch ein besonderes Ambiente aus einer Kombination von Leder und Alcantara hervor, ergänzt durch in die Kopfstützen eingestickte GR-Logos. Die manuell verstellbaren Sitze ermöglichen zudem eine Gewichtsersparnis von rund 20 kg gegenüber den anderen Versionen. Abgerundet wird das Ganze durch rote Sicherheitsgurte sowie einen roten Einsatz am Schaltknauf, was den exklusiven Charakter des Modells zusätzlich unterstreicht. Das Armaturenbrett zeichnet sich durch seine gute Ablesbarkeit aus, wobei das Wesentliche direkt im Blickfeld des Fahrers liegt: Drehzahlmesser, Tachometer und Ganganzeige.

Beim Thema Multimedia verfügt der GR Supra über einen 8,8-Zoll-Touchscreen mit Apple CarPlay und Android Auto. Die Bedienoberfläche lässt sich sowohl direkt über den Bildschirm als auch über den zentralen Drehregler steuern, für eine intuitivere Nutzung während der Fahrt. Mit einem Volumen von 250 Litern bietet der Kofferraum Platz für einen großen Koffer sowie mehrere kleine Taschen, ein Volumen, das für eine komfortable Reise zu zweit mehr als ausreichend ist.

Antrieb: BMW-Basis, Toyota-Handschrift

Der Toyota GR Supra basiert auf dem legendären turboaufgeladenen Reihensechszylinder BMW B58, hier in einer Konfiguration mit 340 PS und 500 Nm Drehmoment. Die Architektur bleibt unverändert, mit einem Twin-Scroll-Turbolader, einer Hochdruck-Direkteinspritzung und einer variablen Ventilsteuerung. Toyota hat die wesentlichen mechanischen Komponenten nicht verändert, also weder den Turbolader noch die Einspritzdüsen oder die innere Struktur, jedoch die Motorabstimmung tiefgreifend überarbeitet, um sie auf die Philosophie von Gazoo Racing auszurichten. Das elektronische Management begünstigt so ein unmittelbareres Ansprechen auf das Gaspedal sowie einen energischeren Drehmomentaufbau. Das maximale Drehmoment steht über einen sehr breiten Drehzahlbereich zwischen 1.600 und 4.500 U/min zur Verfügung und sorgt schon beim leisesten Antippen des rechten Pedals für einen besonders kräftigen Durchzug. Im Vergleich zu dem im BMW Z4 verbauten Aggregat wirkt dieser Motor deutlich ausdrucksstärker und im mittleren Drehzahlbereich fülliger. Während der deutsche Roadster eine sanftere, progressivere GT-Auslegung bevorzugt, zeigt der Supra ein schärferes und entschieden sportlicheres Temperament. Der Drehzahlanstieg fällt besonders vehement aus, getragen von einem sehr früh verfügbaren Drehmoment und einer bei 6.500 U/min abgegebenen Höchstleistung. Dieser breite Nutzungsbereich trägt maßgeblich zum Charakter des Motors bei, der ebenso geschmeidig im gleitenden Betrieb wie explosiv sein kann, wenn das Tempo steigt. Der Klang des Reihensechszylinders begleitet diese Intensitätssteigerung perfekt, mit einem besonders ausdrucksvollen metallischen und kernigen Ton. Hinzu kommt das charakteristische Ansauggeräusch des Turboladers beim Hochdrehen, ein sehr präsentes Luftansauggeräusch, das die Immersion zusätzlich verstärkt und in vollem Umfang zum Fahrerlebnis beiträgt. Die Wahl dieses Motors steht im Zusammenhang mit der mit BMW geschlossenen Industriepartnerschaft. Toyota hat diese mechanische Basis nach einer umfangreichen gemeinsamen Entwicklungsarbeit freigegeben und dabei seine eigenen Standards in Sachen Zuverlässigkeit und dynamischer Validierung angewendet, insbesondere bei den auf der Rennstrecke und am Nürburgring durchgeführten Tests. Ziel war es nicht, einen Motor vollständig im eigenen Haus neu zu entwickeln, sondern eine für ihre Qualitäten anerkannte Basis zu nutzen und an eine radikalere, stärker auf das Fahrvergnügen ausgerichtete Philosophie anzupassen.

Die eigentliche Weiterentwicklung dieser Version liegt jedoch im Einzug des manuellen Sechsganggetriebes, das von Toyota speziell für den 3.0-L-Motor entwickelt wurde. Um dieses Getriebe zu integrieren, haben die japanischen Ingenieure mehrere technische Elemente überarbeitet, insbesondere die Kupplung, das elektronische Management, die Abstufung, die Schaltführung und das Schaltgefühl, mit dem Ziel, eine natürlichere Bedienung und ein perfekt auf eine sportliche Fahrweise abgestimmtes Motoransprechen zu bieten. Dieses Getriebe überzeugt sofort durch die Präzision seiner Schaltführung und durch seine kurzen Schaltwege. Die optimierte Abstufung erlaubt es, die Ressourcen des Reihensechszylinders voll auszuschöpfen, während jeder Gangwechsel die Einbindung des Fahrers verstärkt. Anspruchsvoller, aber auch deutlich fesselnder als die Automatik, verändert es das Fahrerlebnis buchstäblich und verleiht dem GR Supra wieder eine authentischere und emotionalere Dimension.

Auf der Straße: mehr Strenge und Präzision

Der GR Supra verdankt sein Fahrverhalten mehreren strukturierenden Elementen: einem tiefen Schwerpunkt, einer steifen Karosserie und einem adaptiven Fahrwerk. Auf dem Nürburgring entwickelt, wurde er von Akio Toyoda (Präsident der Toyota Motor Corporation) persönlich freigegeben, was sein dynamisches Potenzial bestätigt.

Die Version Lightweight EVO geht im Vergleich zu den anderen Versionen weiter, mit einer Reihe bedeutender Fahrwerksänderungen: neu abgestimmte elektronisch geregelte Dämpfer, optimierte Regelung des aktiven Differenzials, steiferer vorderer Stabilisator und verstärkter Stabilisator, überarbeitete vordere Sturzwerte, Stabilisatorlager aus Aluminium, verstärkte hintere Hilfsrahmenlager und eine steifere Unterbodenversteifung. Die Bremsanlage legt mit vorderen Bremsscheiben von 374 mm in Verbindung mit Brembo-Bremssätteln zu, was Standfestigkeit und Verzögerungsleistung verbessert. Auf der Straße schlagen sich diese Modifikationen in einer präziseren Lenkung, einer besseren Stabilität unter Last und einem verringerten Untersteuern nieder. Der Grip in der Kurve ist tadellos, während die Traktion vom optimierten Differenzial profitiert. Das Gesamtgefühl ist direkter, mit einer besseren Rückmeldung der Fahrbahnanbindung. Das Schaltgetriebe verstärkt diesen Ansatz, indem es eine größere Kontrolle über die Nutzung des Motors bietet, der seine Geschmeidigkeit bei niedrigen Drehzahlen und genügend Drehzahlreserve für eine dynamische Fahrweise behält.

Fazit

Der Toyota GR Supra Lightweight EVO steht für eine methodische Weiterentwicklung statt für eine radikale Verwandlung. Durch die Verfeinerung des Fahrwerks, der Aerodynamik und des Zusammenspiels von Fahrer und Maschine verstärkt diese Version den sportlichen Charakter des Modells, ohne seine Grundlagen infrage zu stellen.

Die Verbindung eines bewährten Reihensechszylinders, eines spezifischen Schaltgetriebes und einer eingehenden Feinabstimmung führt zu einem stimmigen, präzisen und fesselnden Gesamtpaket. In einem Segment, in dem traditionelle Architekturen seltener werden, setzt der Supra seine Entwicklung fort und bleibt dabei seinem Erbe treu: ein technischer Sportwagen, der auf das Fahrvergnügen ausgerichtet ist.

Die Pluspunkte:

  • Sehr spontaner Motor
  • Präzises Fahrwerk
  • Präzises Schaltgetriebe
  • Ein echter Sportwagen

Die Minuspunkte:

  • Innenraum zu sehr BMW
  • Im Alltag eingeschränkt
  • Keine 360°-Kamera

Technische Daten:

Leistung: 340 PS / 500 Nm
Tankinhalt: 52 L
WLTP-Verbrauch: 8,8 L/100 km
CO2: 198 g/km
Beschleunigung 0-100 km/h: 4,6 s
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h (abgeregelt)
Gewicht: 1.575 kg
Grundpreis: ab 78.424 €