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Die neuen VW-Modelle besinnen sich auf das Wesentliche und werden elektrisch. Ein Blick auf die neue Designsprache „pure positive“ und auf drei kürzlich vorgestellte Modelle: den ID. Polo, den ID.3 Neo und den Polo GTI.

Das Volksauto kehrt zu seinen Ursprüngen zurück. Beim echten Volkswagen drehe sich nicht alles ums Auto, sagte Stefan Voswinkel, Leiter der Produktkommunikation, im April, als der deutsche Hersteller in Hamburg seine Neuheiten vorstellte. Es gehe auch um die Menschen, die diese Autos fahren, und um jene, die sie konzipieren. Der Fokus liege auf erschwinglichen Innovationen, intuitiver Bedienung und modularer Technik, die sich leicht weiterentwickeln lässt.

Volkswagen brachte vor einigen Jahren den ID.3 auf den Markt und die Rückmeldungen der Kunden, insbesondere zur Software, hätten positiver ausfallen können, räumte Kai Grünitz, Markenvorstand für den Bereich Technische Entwicklung von Volkswagen, ein. Als ihm die Position 2022 angeboten wurde, habe er sich gefragt, was er verändern würde. Beim Rückblick auf seine Kindheit (Grünitz’ Vater arbeitete für Volkswagen) erinnerte er sich an den Stolz, den seine Familie mit neuen Autos verband. Die Marke verkaufe nicht nur Stahl um einen Motor, so Grünitz, sondern Emotionen und Erinnerungen, und genau das habe er zurückbringen wollen. „Ich wollte zeigen, dass wir aus der Vergangenheit lernen, unseren Kunden zuhören und ihre Kritik in etwas wirklich Positives verwandeln können.“

In den vergangenen dreieinhalb Jahren dachte das Team von Kai Grünitz die Entwicklung von Autos neu. Statt mit Listen von Merkmalen und Anforderungen zu beginnen, richtete es den Blick auf die Menschen, die die künftigen Autos fahren, und auf ihre Bedürfnisse. Dazu erstellte das Team Comics, die den Alltag der Menschen darstellen. Ziel sei es gewesen, so Grünitz, Autos für echte Menschen zu bauen.

Eine neue Designsprache: pure positive

Für Kai Grünitz muss ein Volkswagen „klar, zeitlos sowie selbstbewusst und auch in zehn Jahren noch elegant sein“. Die neue Designsprache der Marke, pure positive genannt, soll diesen Anspruch einlösen.

Bei der Vorstellung des rein elektrischen ID. Polo verwies Stefan Wallburg, Leiter Exterieurdesign Europa, auf das horizontale Lichtband mit dem Logo in der Mitte – ein Element, das dem Auto einen zeitlosen Charakter verleihe. Die Linie steigt am linken und rechten Ende an und imitiert so ein Lächeln. Die Scheinwerfer sollen wie Augen wirken und dem Auto einen menschlichen Ausdruck verleihen. „Wenn das Auto Sie anlächelt, möchten wir Ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern“, sagte er und betonte die positive Energie, die von diesem Element ausgehe.

ID. Polo

Kräftige Radläufe lassen das Auto stabil wirken. Markante Spannungslinien und horizontale Elemente setzen sich bis zum Heck fort. Die Rückleuchten mit ihrem flachen, rechteckigen Design im Stil eines Whiskyglases sind schon von Weitem erkennbar. Auch am Heck ist ein horizontales Lichtband verbaut. Es verbindet die Rückleuchten und lenkt den Blick auf das beleuchtete VW-Logo in der Mitte.

Der ID. Polo bleibt ein Kompaktwagen (4.053 mm lang, 1.816 mm breit und 1.530 mm hoch, bei einem Radstand von 2.600 mm). Die Räder sind an den äußeren Enden des Fahrzeugs platziert. Der Kofferraum bietet fast 450 Liter Volumen.

Der Innenraum ist für diese Klasse großzügig, wobei das Raumgefühl durch den hellen Stoff an Armaturenbrett, Sitzen und Türinnenseiten verstärkt wird. All diese Elemente sollen dem Innenraum eine behagliche Wohnzimmeratmosphäre verleihen, erläuterte Interieurdesigner Kenji Monma. Die Türgriffe und die Fensterheber sind in einer Einheit zusammengefasst, was zu einem harmonischen Eindruck beitragen soll.

Die Designer haben zudem einige kleine, spielerische Details eingebaut, die zum Schmunzeln anregen sollen, so Kenji Monma, ganz im Sinne des Themas pure positive. Wer mag, hält Ausschau nach der versteckten Silhouette des Polos, kleinen Reliefdetails wie einer Eiswaffel an einem Getränkehalter und Play-/Pause-Symbolen auf den Pedalen für Gas und Bremse.

Comeback der Tasten

In einer Zeit, in der viele Hersteller auf große Touchscreens setzen, die das Armaturenbrett dominieren und sämtliche Funktionen vereinen, bringt Volkswagen Tasten zurück. Das Cockpit verfügt dennoch über zwei Bildschirme: Der eine sitzt direkt hinter dem Lenkrad und zeigt etwa Geschwindigkeit und Navigation an; der andere befindet sich in der Mitte des Armaturenbretts, steuert beispielsweise Radio oder Sitzheizung und zeigt den Ladestand der Batterie an. Die benutzerfreundliche Oberfläche lässt sich individuell anpassen: Wer einen Tacho im klassischen Stil oder die Radioinfos im Retro-Look möchte, kann dies einstellen.

Physische Tasten ermöglichen eine einfache und intuitive Bedienung von Temperatur oder Radiolautstärke. Auch das Lenkrad verfügt über Tasten, die der Fahrer mit den Daumen betätigt. Die Bedienung soll möglichst intuitiv und einfach sein: Was sich links auf dem Bildschirm befindet, wird mit der linken Hand gesteuert, was rechts liegt, mit der rechten Hand.

„Die Grundidee ist, dass das Auto natürlich kein Smartphone auf Rädern ist“, erklärte Andro Kleen aus dem UX/UI-Team von Volkswagen und fügte hinzu, dass die Rückmeldungen der Kunden zu vielen der umgesetzten Änderungen geführt hätten. „Es ist ein Auto, das zum Fahren und nicht zur Ablenkung konzipiert wurde.“

ID.3 Neo

Ein Facelift für den ID.3

Das Facelift des ID.3, nun ID.3 Neo genannt und ebenfalls in Hamburg vorgestellt, greift dieselben Elemente der Designsprache pure positive auf, die man beim ID. Polo findet, etwa das horizontale Lichtband, die „lächelnden“ Scheinwerfer und das vereinfachte, überarbeitete Cockpit.

Auch die Farbgebung verändert sich: Statt schwarzer Lackierung für Dach und Spoiler wie bei der Vorgängerversion ist die Karosserie nun durchgehend einfarbig. Optisch wirke das Ganze reifer, sagte Michele Tinazzo, Direktor CMF-Design. Die horizontale Linienführung werde betont.

Der Polo GTI wird elektrisch

Auch der ikonische Polo GTI von Volkswagen wird elektrisch. Gestalterisch verschwindet das Erbe des Verbrennungsmotors aber nicht komplett: Der Spoiler bleibt erhalten, ebenso die Wabenstruktur des Lufteinlasses im vorderen Kühlergrill. Die rot-weißen Ziernähte an den Rücksitzlehnen sind ebenfalls vorhanden, aber in einer etwas dezenteren Ausführung. Die Signature-Farbe des Modells, ein kräftiges Rot namens Tornadorot, erinnert ebenfalls an frühere Generationen.

Dieselben Elemente der Designsprache pure positive, die man beim ID. Polo und beim ID.3 Neo findet, sind auch bei diesem sportlicheren Mitglied der Volkswagen-Familie erkennbar. Leidenschaft und Leistung bleiben erhalten und führen den Volkswagen Polo GTI ins elektrische Zeitalter.

ID. Polo GTI

TECHNISCHE DATEN

ID. Polo

Batteriekapazität (netto): 37 kWh und 52 kWh
Leistung mit 37-kWh-Batterie: 85 kW und 99 kW
Leistung mit 52-kWh-Batterie: 155 kW
DC-Ladeleistung (max.): 90 kW (mit 37 kWh) und 105 kW (mit 52 kWh)
Reichweite: bis zu 300 km (37-kWh-Batterie), bis zu 450 km (52-kWh-Batterie)
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Länge / Breite / Höhe / Radstand: 4.053 mm / 1.816 mm / 1.530 mm / 2.600 mm

ID.3 Neo

Batteriekapazität (netto): 50 kWh, 58 kWh, 79 kWh
Leistung: 125 kW, 140 kW, 170 kW
DC-Laden: bis zu 105 kW, 105 kW, 183 kW
WLTP-Reichweite (max.): 417 km, 494 km, 630 km
Länge / Breite / Höhe / Radstand: 4.265 mm / 1.809 mm / 1.554 mm / 2.766 mm

ID. Polo GTI

Leistung: 166 kW
Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 6,8 Sekunden
Batteriekapazität (netto): 52 kWh
DC-Ladeleistung (max.): 105 kW
WLTP-Verbrauch (vorläufig): 16,4-14,4 kWh/100 km
WLTP-Reichweite (vorläufig): bis zu 424 km
Länge / Breite / Höhe / Radstand: 4.096 mm / 1.816 mm / 1.513 mm / 2.599 mm