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Mit den Stilelementen des Originals hat die zweite Generation der Alpine A110 im Jahr 2017 die Wiedergeburt der Marke gesichert. Nun steht die Verwandlung in ein agiles Elektro-Coupé bevor. Ob dies gelingt?

Im Laufe des Jahres 2027 wird die elektrische Alpine A110 vorgestellt. Was die glorreiche Vergangenheit und die noch ungewisse Zukunft verbindet? Die Freude, ein schönes, sympathisches, leichtes und agiles Auto zu fahren. Von 1962 bis 1977 definierte die ursprüngliche A110 Stilelemente, die in der zweiten Generation von 2017 bis 2026 aufgenommen wurden.

Chefdesigner Anthony Villain bringt es auf den Punkt: „Ohne die Neuauflage der A110 hätte es keine Wiedergeburt von Alpine gegeben.“ Die A110, die aufgrund ihrer Coupé-Karosserie anfangs den schönen Namen „Berlinette“ trug, bewahrt den Geist der Marke, die Jean Rédélé im Juni 1955 gründete.

Ein unverwechselbares Design

Das Design des kleinen Sportwagens ist einzigartig. Die Fronthaube zeigt eine Mittellinie mit zwei Wölbungen. Dazu kommen die vier charakteristischen Scheinwerfer. Seitlich befindet sich ein Element in C-Form. Dabei handelt es sich um ein Überbleibsel der Lufteinlässe der Vorgängermodelle A106 und A108. „Bei der A110 wird der Motor hinten gekühlt. Die Lufteinlässe waren also überflüssig“, erklärt Jean-Pascal Dauce. „Aber Jean Rédélé und sein Team fanden die Form schön und übernahmen das C an den Flanken.“

Ein weiteres Markenzeichen, das den Vorgängern entliehen wurde, ist die gewölbte Heckscheibe. All diese Merkmale übernahmen Anthony Villain und sein Designteam für die zweite Generation der A110.

Von 1962 bis 1977 definierte die ursprüngliche A110 Stilelemente, die in der zweiten Generation von 2017 bis 2026 erneut aufgenommen wurden.

Zahlreiche Anspielungen

Jean-Pascal Dauce, Ingenieur und bis vor wenigen Monaten Entwicklungsleiter der Marke, erinnert sich: „Wir mussten die Schlüssellinien und markanten Punkte bestimmen, die die Identität des Autos ausmachen. Darauf haben wir aufgebaut, um ein sehr modernes Auto zu schaffen, dessen Anspielungen seine Verwandtschaft unbestreitbar belegen. Das ist ziemlich gut gelungen.“

Alle genannten Stilelemente wurden bei der aktuellen A110 subtil aufgegriffen und unterstreichen ihre Modernität. Gilt das auch für die dritte Generation? Das lässt sich derzeit nicht sagen. Die vom 9. bis 12. Juli 2026 beim Goodwood Festival of Speed in England gezeigte elektrische A110 ist noch ein Entwicklungsfahrzeug. Rückschlüsse auf die endgültige Karosserie erlaubt sie nicht. Jean-Pascal Dauce ist zuversichtlich: „Anthony Villain ist seit 2012 dabei und einer der Pfeiler des Alpine-Neuanfangs. Er steht für diesen Stil.“

Vom Zentralrohr zum Aluminium

Technisch baute man ein Auto Anfang der 1960er Jahre anders als noch vor wenigen Jahren. Der Zentralrohrrahmen der Berlinette wurde mit der A108 eingeführt und 1962 von der A110 übernommen. 2017 fiel die Wahl dann auf eine selbsttragende Monocoque-Konstruktion komplett aus Aluminium. Sie vereint Steifigkeit, Stabilität und geringes Gewicht.

„Diese modernen Lösungen haben uns klar einen Gang höher schalten lassen“, analysiert Jean-Pascal Dauce. Dasselbe galt für die Karosserie. Ursprünglich bestand sie aus dem Material, das damals am leichtesten, formbarsten und widerstandsfähigsten war: einem Verbund aus Glasfaser und Polyesterharz. Mitte der 2010er Jahre soll bei Alpine zwischen den Anhängern des Verbundwerkstoffs und Verfechtern von Vollaluminium heftig diskutiert worden sein.

Modularität

Jean-Pascal Dauce gehörte zu den Verteidigern des Leichtbauprinzips. Nach seinen Angaben ermöglicht Aluminium sehr präzise Umformungen und das erhöhe den Qualitätseindruck. Die Vollaluminium-Lösung setzte sich durch und wird auch beim elektrischen A110 genutzt. „Der intensive Einsatz von Aluminium steht für Kontinuität. Zugleich verbessern wir einzelne Elemente, damit sich die Plattform leichter modular nutzen lässt“, meint Jean-Pascal Dauce. Das Lastenheft der neuen A110 sieht auf derselben Plattform ein Coupé, ein Cabriolet und ein Coupé mit 2+2 Sitzen vor.

Die neue Basis heißt APP, kurz für Alpine Performance Platform, und ist für mehrere Antriebsarten ausgelegt. Sie nimmt ein 800-Volt-Batteriepaket vorn und ein zweites hinten auf. So bleibt die Gewichtsverteilung des aktuellen Verbrenners erhalten: 60 Prozent der Masse liegen auf der Hinterachse. Auch die beiden Elektromotoren sitzen hinten, was Agilität garantieren soll.

Sympathieträger

Um als E-Auto erfolgreich zu sein, muss die A110 ihren heutigen ästhetischen und technischen Prinzipien treu bleiben und zugleich für den elektrischen Antrieb optimiert werden. Das geschätzte Gewicht liegt zwischen 1.300 und 1.500 Kilogramm, heute sind es rund 1.100. Das allein wäre eine technologische Meisterleistung. Die dritte Generation der A110 bliebe damit kompakt, agil, relativ leicht und stilistisch markant. So könnte sie die enorme Sympathie, die dieser Baureihe gilt, bewahren und ein unvergleichliches Fahrvergnügen bieten.

Die zweite Generation von 2017 bis 2026.