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Bis zum 6. September 2026 widmet das Fürstentum seine große Sommerausstellung dem Automobil. Mehr als fünfzig Originalfahrzeuge, alle eng mit der Geschichte Monacos verbunden, sind im Grimaldi Forum zu sehen. Unser Videojournalist war bei der Eröffnung dabei und nimmt Sie mit auf einen Rundgang.

Noch nie war der Beziehung zwischen einem Land und dem Automobil eine Ausstellung dieser Größenordnung gewidmet. Kuratiert von Rodolphe Rapetti, Generalkonservator des französischen Kulturerbes, zeigt „Monaco et l’Automobile, de 1893 à nos jours“ auf mehr als 3.500 Quadratmetern rund fünfzig Fahrzeuge. Hinzu kommen etwa 250 Dokumente, Fotografien und Archivfilme, viele davon Leihgaben des Automobile Club de Monaco.

Eine Rolls-Royce mit Geschichte

Den Auftakt macht ein Glanzstück: der offene Rolls-Royce Silver Wraith, in dem Fürst Rainier III. und Grace Kelly am 19. April 1956 zu ihrer Hochzeit fuhren. Ein wenig bekanntes Detail: Das Auto gehörte nie der Fürstenfamilie. Es war eine Leihgabe und befindet sich heute im Besitz einer amerikanischen Sammlerin.

Weiter geht es mit den Concours d’Élégance, die den Ruf des Fürstentums schon Ende des 19. Jahrhunderts begründeten. Ursprünglich wurden dabei Pferdegespanne samt Pferden und Kutschern bewertet, erst später kam das Automobil hinzu. Plakate aus jener Zeit, darunter eines von 1922, zeugen von dieser goldenen Ära.

Die Legenden der Rallye Monte Carlo

Die 1911 gegründete Rallye Monte Carlo hatte eine Besonderheit: Die Teams starteten in ganz Europa und fuhren sternförmig ins Fürstentum. Die Ausstellung zeichnet die großen Stunden der Rallye mit einer außergewöhnlichen Sammlung von Siegerautos nach: der Mini Cooper S, Überraschungssieger von 1964, die Lancia Fulvia von Sandro Munari (1972), die Alpine A110 von Jean-Pierre Nicolas sowie der Lancia Stratos, ein Quasi-Prototyp mit Ferrari-Motor, eigens für den Rallyeeinsatz entwickelt.

Auch die folgenden Jahrzehnte sind stark vertreten: der Renault 5 Turbo von Jean Ragnotti (1981), der Peugeot 205 Turbo 16 von Ari Vatanen (1985), der Lancia Delta HF Integrale von Didier Auriol (1990), der Citroën Xsara WRC von Sébastien Loeb (2003) und der Toyota Yaris WRC von Sébastien Ogier (2021). Von Modell zu Modell lässt sich verfolgen, wie Sponsorenlogos auf den Karosserien Einzug hielten und die Aerodynamik immer ausgefeilter wurde.

Vom ersten Grand Prix bis Charles Leclerc

Das zweite große Kapitel der Ausstellung gilt dem Großen Preis von Monaco. Er wurde 1929 auf Initiative von Anthony Noghès und mit Unterstützung des Rennfahrers Louis Chiron ins Leben gerufen. Bislang unveröffentlichte Dokumente zeigen die Entstehung der Rennstrecke, deren Streckenführung seit den Anfängen praktisch unverändert ist. Ein großes animiertes Modell veranschaulicht ihre Entwicklung.

Das Aufgebot an Grand-Prix-Rennwagen ist schwindelerregend: der Bugatti 35B, mit dem William Grover-Williams den ersten Grand Prix gewann, der Lotus 49B von Graham Hill, Sieger 1968 und 1969, der Ferrari 640 von Nigel Mansell, 1989 der erste Formel-1-Wagen mit sequenziellem Getriebe, sowie der McLaren MP4/8, in dem Ayrton Senna 1993 seinen sechsten und letzten Sieg im Fürstentum feierte. Den Schlusspunkt setzt der Ferrari SF-24 von Charles Leclerc, Sieger von 2024 und nach Louis Chiron erst der zweite Monegasse, der sein Heimrennen gewann.

Von den Anfängen bis zum Mond

Zum Abschluss inszeniert die Ausstellung eine symbolische Begegnung: Der Panhard & Levassor von 1893, das erste Automobil, das das Fürstentum erreichte, steht neben dem Mondrover des monegassischen Herstellers Venturi. Das Fahrzeug soll an den nächsten Missionen zur Erkundung des Mondes teilnehmen. Mehr als 130 Jahre liegen zwischen den beiden Exponaten. Besser lässt sich die Botschaft dieser außergewöhnlichen Ausstellung nicht zusammenfassen.

Praktische Informationen

„Monaco et l’Automobile, de 1893 à nos jours“, Grimaldi Forum Monaco, 10, Avenue Princesse Grace. Bis zum 6. September 2026, täglich von 10 bis 20 Uhr, donnerstags bis 22 Uhr (am Samstag, dem 22. August, ausnahmsweise geschlossen). Eintritt: 15 Euro, für Besucher unter 18 Jahren frei.

Eine Reportage von Antonio da Palma Ferramacho und dem Kanal Luxgears