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Der 91. Pariser Autosalon öffnet seine Türen vom 13. bis 18. Oktober in der Paris Expo Porte de Versailles. Die beliebtesten Marken der Luxemburger zeigen dort ihre Neuheiten. Ein Überblick vor dem Start.

Mehr als 60 Hersteller, rund hundert Aussteller und fünf Hallen erwarten die Besucher. Neu ist in diesem Jahr ein Testzentrum in Halle 7.1. Dort können Besucher in 25-Minuten-Slots in einem autonom fahrenden Auto Platz nehmen und einen abgesperrten Kurs befahren.

Bleibt die Frage, was der Salon Autofahrern aus dem Großherzogtum bietet. Für die in Luxemburg meistverkauften Marken haben wir die Neuheiten recherchiert, die man in Paris nicht verpassen sollte. Bei den Preisangaben handelt es sich um französische Listenpreise, die der Orientierung dienen.

Volkswagen: ID. Cross in Serie

Der angekündigte Star am deutschen Stand ist der ID. Cross. Aus dem Konzeptauto von der IAA in München 2025 ist nun eine Serienversion entstanden. Der 4,16 Meter lange Elektro-SUV für die Stadt nutzt die MEB+-Plattform der neuen Kleinwagen des Konzerns. Zur Wahl stehen drei Leistungsstufen (116, 135 bzw. 211 PS) und zwei Batterien (37 und 52 kWh). Die Reichweite beträgt bis zu 427 Kilometer nach WLTP. Der Einstiegspreis liegt in Frankreich bei rund 28.000 Euro. Damit gehört der ID. Cross zu den meistbeachteten Elektroangeboten in diesem Herbst. Darüber hinaus zeigt Volkswagen den neuen ID. Polo, dessen GTI-Version und den grundlegend überarbeiteten ID.3 Neo. Der Stand steht damit fast komplett unter Strom.

BMW fehlt in Paris

BMW ist die zweitstärkste Marke auf dem luxemburgischen Markt und hat seine Teilnahme in Paris ebenso wie Mini abgesagt. Der Hersteller begründet dies mit Ergebnissen unterhalb der Erwartungen und mit veränderten Prioritäten. Die aktuelle Münchner Neuheit, den i3 der „Neuen Klasse“, bekommen die Besucher in Paris also nicht zu sehen. Die Limousine, die im März vorgestellt wurde, verfügt über eine 800-Volt-Architektur. In der Variante 50 xDrive mit 469 PS hat sie laut BMW bis zu 900 Kilometer Reichweite nach WLTP. Zu entdecken ist das Fahrzeug zwar nicht in den Pariser Messehallen, aber ab Herbst bei den Autohändlern.

Mercedes-Benz: Eine neue Epoche für den GLA

Seit 2018 war die Marke mit dem Stern nicht mehr in Paris vertreten. Nun kehrt sie mit einem großen Stand zurück. Die dritte Generation des GLA zeigt sich dort erstmals dem Publikum. Sie lässt die alte Verbrennerbasis hinter sich und nutzt nun die MMA-Plattform des CLA. Der GLA wurde auf rund 4,57 Meter verlängert und fährt zunächst vollelektrisch. Mercedes bietet den GLA 200 mit 224 PS (58 kWh, 445 Kilometer Reichweite) und den GLA 250+ mit 272 PS (85 kWh, 657 Kilometer Reichweite) an. Die Mildhybrid-Benziner folgen Anfang 2027. Am Stand kündigt Mercedes außerdem einen CLA AMG als Weltpremiere an, dazu den GLB der zweiten Generation, die erste elektrische C-Klasse und den Premium-Van VLE.

Audi: Der A2 kehrt zurück

Zwanzig Jahre nach dem Produktionsende des Originals kommt der A2 als A2 e-tron zurück und zeigt sich in Paris erstmals öffentlich. Der in Ingolstadt gebaute Kompaktwagen setzt komplett auf Effizienz mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,24 und bis zu 649 Kilometern angegebener Reichweite. Er ersetzt indirekt den A1 und den Q2. In Frankreich ist er ab etwa 38.600 Euro zu haben. Erste Auslieferungen erfolgen im Dezember. Ausgestellt wird auch der überarbeitete A3, 30 Jahre nach der Premiere der ersten Generation beim Pariser Salon 1996. Hinzu kommen der frisch überarbeitete Q4 e-tron und der RS5 PHEV als Kombi Avant.

Škoda: Zwei Elektroautos auf einen Streich

Die tschechische Marke bringt zwei Neuheiten mit. Der Epiq ist ein kleiner SUV von 4,17 Metern Länge mit 116, 135 bzw. 211 PS, zwischen 310 und 440 Kilometern Reichweite und einem Grundpreis von 26.470 Euro in Frankreich – kaum mehr als der Kamiq mit Verbrennungsmotor. Beim Peaq handelt es sich um einen großen Familien-SUV von 5,07 Metern Länge mit sieben Sitzen, einer Batterie mit 86 kWh netto, bis zu 644 Kilometern Reichweite und einer Ladeleistung von 199 kW. Der moderne Octavia feiert übrigens seinen 30. Geburtstag.

Renault: Heimspiel für den Twingo

Auf 2.500 Quadratmetern und mit 22 E-Fahrzeugen ist Renault auf der Pariser Messe zu Hause. Die Hauptrolle spielt der neue Twingo E-Tech: 82 PS, eine LFP-Batterie mit 27,5 kWh, 263 Kilometer Reichweite nach WLTP und ein Einstiegspreis unter 20.000 Euro in Frankreich. Im A-Segment, das fast verschwunden ist, ist das eine Seltenheit. Daneben stehen der Clio 6, der R5 E-Tech, der R4 und der überarbeitete Mégane E-Tech. Hinzu kommen zwei Studien: der R4 JP4x4 in einer Art Strandwagen und der R-Space Lab.

Dacia: Neuer Kombi und überarbeiteter Spring

Zehn E-Fahrzeuge und zwei Neuheiten sind bei Dacia auf 900 Quadratmetern zu sehen. Präsentiert wird unter anderem der Striker, ein höhergelegter Kombi, der mit 4,62 Metern das längste Modell im Programm des rumänischen Autobauers ist und fünf Zentimeter mehr als der Bigster misst. Er kommt als Hybrid und mit Autogas auf den Markt. Zum Start im zweiten Halbjahr 2026 liegt der Grundpreis knapp unter 25.000 Euro. Dacia will hier mit dem Škoda Octavia Combi konkurrieren.

Zu sehen ist auch der Spring der zweiten Generation, der Anfang September vorgestellt wurde und deutlich mit dem Vorgänger bricht. Er wird nicht mehr in China, sondern in Slowenien gebaut, teilt die Basis mit dem Twingo E-Tech und wächst auf 3,85 Meter Länge. Mit 80 PS und einer LFP-Batterie von 27,5 kWh kommt er auf 250 Kilometer Reichweite nach WLTP. In Frankreich soll er ab 17.900 Euro erhältlich sein und noch in diesem Jahr in den Handel kommen.

Alpine: A110 nimmt Abschied

Die Marke aus Dieppe zeigt ihre Elektropalette, den Stadtwagen A290 und den Crossover A390. Die Aufmerksamkeit gilt aber vor allem der A110 mit Verbrennungsmotor. Ihre Produktion endete im Juni, Paris ist damit ihr letzter öffentlicher Auftritt. Alpine kündigt zudem mehrere Neuheiten am Stand an, darunter Hinweise auf die nächste Generation der A110, die elektrisch sein wird.

Ford: Jubiläum statt Neuheit

Die amerikanische Marke kehrt nach Paris zurück, um 110 Jahre Präsenz in Frankreich zu feiern. Der Stand setzt auf Motorsport, mit Fahrzeugen aus der laufenden Saison in Formel 1, Rallye und Langstrecke, und auf die bekanntesten Modelle der Marke. Bei den Neuheiten bleiben nur der Mustang Mach-E GT California Special und die Capri Collection zu nennen. Hinzu kommen elektrifizierte Nutzfahrzeuge und ein Puma, der gerade eine Million gebaute Exemplare überschritten hat. Ein wirklich neues Modell ist also nicht zu erwarten.

Peugeot: GTi lebt wieder auf

Peugeot verspricht einen spektakulären Auftritt und eine eigene Sportzone. Der Star dort ist der e-208 GTi, ein Kürzel, das seit 2020 keine Verwendung mehr fand. Der Motorblock M4+ liefert 280 PS und 345 Nm, der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert 5,5 Sekunden. Die Batteriekapazität liegt bei 54 kWh, die Reichweite je nach Bereifung bei etwa 350 bis 375 Kilometern und der Preis in Frankreich bei 42.900 Euro. Zu sehen ist auch das Hypercar 9X8 aus der Langstrecken-Weltmeisterschaft sowie das Polygon Concept, das einen Ausblick auf die nächste Generation des 208 gibt.

Kia: Seltos kommt nach Europa

Die koreanische Marke stellt den Seltos vor, ein kompaktes SUV von 4,43 Metern Länge, das bislang nicht im europäischen Programm zu finden war. Er wird ausschließlich als Hybrid angeboten, mit einem 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner und einer E-Maschine, als Fronttriebler mit rund 154 PS oder mit elektrifiziertem Allradantrieb mit rund 178 PS. Diese Konfiguration ist in diesem Segment selten. Der Einstiegspreis dürfte rund 30.000 Euro betragen. Der K4 als Limousine und Kombi, der überarbeitete Niro und der neue elektrische EV2 komplettieren den Stand.

Hyundai: Tucson komplett neu

Der Hersteller nutzt Paris für die Europapremiere der fünften Tucson-Generation. Der Kompakt-SUV wurde im August vorgestellt und wird im nächsten Jahr bei uns erwartet. Der Bestseller der Koreaner verändert seinen Stil massiv. Er folgt der Designsprache Art of Steel, verfügt über eine aufrechte Front und eine deutlich kantigere Silhouette. Auch der neue Bayon feiert Europapremiere. Präsentiert werden zudem der neue elektrische Crossover Ioniq 3, der als Standardversion und als N Line (ab 29.995 Euro in Frankreich) angeboten wird, der Sportwagen Ioniq 6 N und der Staria Electric.

Citroën: 2CV kommt elektrisch zurück

Ein Blick auf diesen Hersteller lohnt sich, auch wenn Citroën bei den Neuzulassungen in Luxemburg etwas weiter hinten liegt. In Paris zeigt der Autobauer die Studie, die dem neuen 2CV vorausgeht. Angekündigt hatte sie CEO Xavier Chardon im Mai bei der Vorstellung des Stellantis-Strategieplans. Der vollelektrische Stadtwagen soll ohne Förderung weniger als 15.000 Euro kosten und ab 2028 im italienischen Werk Pomigliano d’Arco gebaut werden, 80 Jahre nach dem Debüt der originalen Ente. Die ausgestellte Studie soll dem Serienmodell sehr nahekommen. Zu Karosserie, Abmessungen, Batterie und Reichweite hat die Marke aber noch nichts verlauten lassen. Laut unseren Kollegen aus dem Autojournalismus soll die Länge rund 3,75 Meter betragen. Sechs Jahre nach dem Aus für den C1 soll Citroën damit ins A-Segment zurückkehren. Besucher erwartet am Stand außerdem die gesamte Modellpalette: vom Ami bis zum C5 Aircross, ein Bereich zur Formel E und ein Berlingo, der 30 Jahre alt wird.

Opel: Zurück zum Sport

Opel kommt mit leistungsstarken E-Autos nach Paris. Der Corsa GSE wird erstmals öffentlich gezeigt, zehn Jahre nach dem Ende des früheren Corsa OPC. Technisch ist er mit dem e-208 GTi verwandt. Er verfügt über denselben Motor mit 280 PS und dieselbe Batterie mit 54 kWh. Die Reichweite beträgt 374 Kilometer nach WLTP. Innerhalb von 5,5 Sekunden beschleunigt er von 0 auf 100 km/h – der beste Wert, den je ein in Serie gebauter Opel erreicht hat. Für 39.990 Euro ist er in Frankreich erhältlich. Damit ist er fast 3.000 Euro günstiger als der Peugeot. Seit dem 1. September sind Bestellungen möglich. Daneben werden der Mokka GSE mit demselben Antriebsstrang, der überarbeitete Astra als Limousine und Kombi, der Frontera und der Grandland gezeigt.

Die Abkürzung GSE ist inzwischen nicht mehr nur im Produktkatalog zu finden. Opel startet mit einem eigenen Werksteam in der Formel-E-Weltmeisterschaft, dem Opel GSE Formula E Team, und übernimmt den Platz von DS Automobiles. Die Franzosen verlassen die Serie und unterstützen künftig die französische SailGP-Mannschaft im Segelsport. Damit ist die deutsche Marke neben Citroën, das in der Vorsaison eingestiegen ist, der zweite Stellantis-Vertreter im Feld. In der 13. Saison, die am 18. und 19. Dezember in Dschidda beginnt, kommen zum ersten Mal Gen4-Rennwagen zum Einsatz. Am Steuer der beiden Opel-Boliden sitzen Mitch Evans, der von Jaguar kommt, und Théo Pourchaire.

Cupra: Der Raval im Mittelpunkt

Seat reist nicht nach Paris, die sportliche Schwester Cupra hingegen ist mit dem Raval als Zugpferd vor Ort. Der 4,05 Meter lange Stadtwagen aus Martorell führt bei der spanischen Marke die MEB+-Plattform ein, die auch der Volkswagen ID. Polo und der Škoda Epiq nutzen. Die Palette reicht von 116 PS mit einer 37-kWh-LFP-Batterie, rund 310 Kilometern Reichweite und einem Einstiegspreis von 25.995 Euro in Frankreich bis zur Variante VZ mit 226 PS und einem 52-kWh-NMC-Akku, für die Cupra eine Reichweite bis zu 444 Kilometer angibt. Der Kofferraum fasst 441 Liter und ist damit in dieser Klasse eine Referenz. Ausgestellt werden auch der im Frühjahr überarbeitete Born und weitere Modelle der Marke wie der Leon, der Formentor, der Tavascan und der Terramar.

Diese Hersteller fehlen in Paris

Neben BMW und Mini haben auch Porsche und Ferrari die Einladung nach Paris erneut nicht angenommen. Die Veranstalter richten stattdessen einen Bereich für Supersportwagen ein. Toyota steht ebenfalls nicht auf der Ausstellerliste und ist nur mit einem Stand zu Innovationen vertreten. Auch Seat bleibt der Messe fern. Die Lücke füllen mehr als 20 chinesische Hersteller. Im Jahr 2024 waren es nur zehn. BYD, Chery, Denza, Leapmotor, Xpeng, Zeekr und Geely haben für Paris zugesagt. Hinzu kommt der amerikanische Anbieter Lucid, der seinen Start auf dem französischen Markt offiziell macht.