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Der iX3 ist das erste Modell der „Neuen Klasse“, der neuen Plattform, auf der BMW seine gesamte elektrische Produktpalette der kommenden Jahre aufbauen will. Er zeigt, welchen Weg der deutsche Hersteller einschlägt.

Es ist ein gewagtes Unterfangen, die gesamte elektrische Zukunft von BMW auf eine einzige technische Basis zu stützen. Die neue Plattform soll bis Ende 2027 bei mehr als 40 Modellen – ob neu oder überarbeitet – zum Einsatz kommen. Der X5 und der künftige i3 sind bereits in Arbeit. Doch zuvor gibt der iX3 den Ton für eine ganze Fahrzeuggeneration vor.

Das Modell wird im neuen ungarischen Werk Debrecen produziert und ist seit Frühjahr in Europa erhältlich. Bereits kurz nach seiner Einführung schaffte er es in Luxemburg in die Top 5 der meistzugelassenen Modelle. Im Juli erreichte er sogar Platz 2. Das Auto richtet sich an eine familienorientierte Kundschaft, sowohl an BMW-Fans, die auf Elektro umsteigen, als auch an Käufer, die von der Reichweite und der kurzen Ladezeit überzeugt sind. Auch als Firmenwagen ist der iX3 beliebt.

Ein neues Gesicht für BMW

Optisch schlägt BMW ein neues Kapitel auf. Die Linien wirken schlichter, fast puristisch. Die Doppelnieren sind wieder vertikal angeordnet. Damit erinnert BMW bewusst an Modelle aus den 1960er Jahren. Licht ersetzt fast überall an der Karosserie Chrom. Der Luftwiderstandsbeiwert sinkt auf 0,24, was sich direkt auf die Reichweite auswirkt. Ein besonderes Detail: Die in die Karosserie integrierten Türgriffe fahren automatisch aus, sobald man sich dem Fahrzeug nähert.

Im Innenraum wirkt das Armaturenbrett klar aufgebaut. Neu ist die Anzeige hinter dem Lenkrad: Sie fällt schlicht aus. Stattdessen verfügt der iX3 über eine lange digitale Anzeige namens „Panoramic Vision“, die über die gesamte Breite der Windschutzscheibe geht und individuell einstellbar ist. Darauf lassen sich verschiedene Informationen ablesen, zum Beispiel die Uhrzeit, die Temperatur, die Luftqualität oder was man gerade hört. Dadurch wirkt der Bereich direkt vor dem Fahrer viel aufgeräumter, ja schon fast leer. So bleibt der Blick auf die Straße gerichtet.

Der Platz im Innenraum ist komfortabel. Im Fond gibt es deutlich mehr Platz als beim alten iX3 – ein echter Pluspunkt für Familien. Der Kofferraum bietet ein Volumen von 520 Litern, was mehr als ausreicht. Bei umgeklappten Sitzen umfasst er 1.750 Liter. Unter der Fronthaube stehen weitere 58 Liter zur Verfügung. Die verwendeten Materialien sind von guter Qualität, auch wenn einige kleine Elemente sehr nach Kunststoff aussehen. Insbesondere beim Gangwahlschalter wäre Metall von der Haptik her wünschenswert gewesen.

Sicheres Fahrgefühl

Auf dem Papier beeindruckt die Technik: Mit zwei Motoren und insgesamt 469 PS sprintet der iX3 50 xDrive in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h – ein Wert, der eher an eine sportliche Reiselimousine als an einen familientauglichen SUV denken lässt. In der Stadt erweist sich das Fahren im One-Pedal-Modus als sehr geschmeidig – kein Ruckeln beim Anhalten – und die hohe Sitzposition bietet eine gute Sicht.

Auf der Straße ist die Lenkung präzise und vertrauenerweckend, auch wenn sie viele Informationen filtert. Insgesamt fühlt man sich sicher. Trotz des hohen Gewichts lassen sich schnelle Richtungswechsel mühelos bewältigen. Die Vorderachse ist für die Fahrzeugklasse erstaunlich präzise. Das Fahrzeug hat den Bremsweg sehr gut im Griff, insbesondere dank des elektronischen Systems „Heart of Joy“, das sowohl die Rekuperation als auch die Drehmomentverteilung steuert. Ein kleiner Schwachpunkt: Das Gewicht des Fahrzeugs macht sich in Lastwechseln gelegentlich bemerkbar. Auf der Autobahn zeigt sich der iX3 am überzeugendsten. Fahrkomfort, komfortable Reichweite für lange Strecken: Hier findet der elektrische SUV klar sein bevorzugtes Terrain.

Beeindruckende Ladegeschwindigkeit

Beim Laden holt der iX3 mit Abstand die meisten Punkte. Er verfügt über eine 108,7-kWh-Batterie, die zwei Elektromotoren versorgt, je einen an Vorder- und Hinterachse. Das Drehmoment wird für den Allradantrieb bedarfsgerecht verteilt. Zusammen leisten die beiden Elektromotoren 345 kW. Die Basisversion bietet eine Reichweite von 679 Kilometern nach WLTP. In der optimierten Konfiguration liegt sie bei bis zu 805 Kilometern. Der kombinierte Verbrauch beträgt zwischen 15,1 und 17,9 kWh/100 km, was sich in unserem Test bestätigte. Dank der neuen 800-Volt-Architektur lädt der iX3 mit bis zu 400 kW, wodurch sich in nur zehn Minuten 372 Kilometer Reichweite nachladen lassen. In nur 21 Minuten steigt der Ladestand von 10 auf 80 Prozent. Eine weitere Neuheit bei BMW ist das bidirektionale Laden. Das Fahrzeug kann elektrische Geräte mit Strom versorgen oder sogar als Notstrombatterie für das Haus dienen, sofern dieses mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet ist.

Ein sehr ausgereiftes Auto

Das Fazit dieses Tests: Der iX3 ist in Sachen Effizienz, Ladeleistung und Bordelektronik sehr ausgereift. Auch die Dynamik überrascht, denn sie ist nicht so brutal wie bei manch anderen BWM-Modellen. Dies dürfte dem Gewicht des großen SUV geschuldet sein. Was den Innenraum betrifft, so werden Fans der guten alten physischen Tasten wohl etwas Zeit benötigen, um sich an die Touch- und Sprachbedienung zu gewöhnen.

Die Reichweite, die Ladegeschwindigkeit und die angegebene Umweltbilanz gehören aber klar zu den Stärken: Laut BMW fällt die CO2-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus im Vergleich zum Vorgängermodell um 34 Prozent niedriger aus. Der in Zusammenarbeit mit Amazon entwickelte Sprachassistent verspricht eine natürliche, fast schon dialogartige Interaktion mit dem Fahrzeug.

Der BMW iX3 erfüllt viele Kriterien: effizient, technologisch gut aufgestellt und für lange Strecken gemacht. Das Modell ist ab 67.589,30 Euro erhältlich. BMW-Fans wissen aber: Der Preis kann schnell steigen, sobald man mit dem Ankreuzen der Optionen beginnt.

Technische Daten

BMW iX3 50 xDrive

Antrieb:
zwei Elektromotoren (vorne + hinten), Allradantrieb
Leistung (PS / kW):
469 / 345
Drehmoment (Nm):
645
Beschleunigung (0–100 km/h in Sek.):
4,9
Höchstgeschwindigkeit (km/h):
210 (abgeregelt)
Batterie (kWh, netto):
108,7
Reichweite (km, nach WLTP):
679 – 805
Verbrauch (kWh/100 km, nach WLTP):
15,1 – 17,9
Leergewicht (kg):
2285 – 2360
Grundpreis:
ab 67.589,30 Euro

Points forts

  • Reichweite, Verbrauch und Ladegeschwindigkeit
  • One-Pedal-Fahren
  • schlichtes Design und viel Platz im Innenraum
  • Klangregelung im Innenraum (bei Telefonaten)

Points faibles

  • einige Innenraumelemente aus Kunststoff
  • Touchscreen für die Belüftung

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