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In Kooperation mit mehreren europäischen Automobilclubs haben wir 16 Winterreifen in der Größe 225/50 R17 getestet. Vier Modelle überzeugten, während sechs mit einem mangelhaften Gesamturteil durchfielen. Zwischen dem besten und dem schlechtesten Reifen lag eine Differenz von 11,6 Metern beim Bremsweg auf nasser Fahrbahn.

16 Winterreifen in der Größe 225/50 R17 98V wurden in einem Test mehrerer Automobilclubs, darunter dem Automobil-Club Luxemburg, auf Herz und Nieren geprüft. Zum Einsatz kamen sie an einem Audi A4 Avant. Der vom Hersteller vorgegebene Reifendruck (2,7 / 2,4 bar) wurde eingehalten. Im Testfeld waren sowohl Premium- als auch kostengünstige Produkte vertreten. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Wer beim Kauf spart, zahlt bei der Sicherheit.

Konkret erhielten vier der 16 Modelle die Note „gut“ und eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Sechs weitere kamen nicht über ein Befriedigend hinaus. Die letzten sechs waren mangelhaft. Mit ihnen ließ sich das Testfahrzeug auf einer oder sogar zwei verschiedenen Fahrbahnbelägen nicht präzise steuern.

Die Spitzengruppe

1. Pirelli Cinturato Winter 3 (Gesamtnote 2,2)
Der Pirelli holt die beste Bewertung bei der Fahrsicherheit (2,1). Besonders gut schneidet er mit der Note 1,7 auf nasser Fahrbahn ab. Der Bremsweg aus 80 km/h beträgt auf nassem Asphalt 34,7 Meter – der beste Wert im Test. Auch beim Aquaplaning leistet er am längsten Widerstand, längs (85 km/h) wie quer (3,2 m/s²). Im Nasshandling erreicht er die Note 1,43. Auf trockener wie auf winterlicher Fahrbahn liegt er notenmäßig im grünen Bereich. Die prognostizierte Laufleistung beträgt 43.100 Kilometer. Einziger Kritikpunkt: Die Tester empfanden das Abrollgeräusch im Innenraum als störend. In diesem subjektiven Kriterium erhält er die schlechteste Note im Testfeld. Was das Vorbeirollgeräusch anbelangt, ist er hingegen einer der leisesten Reifen (70,9 dB(A)).

2. Continental WinterContact TS 870 (Gesamtnote 2,3)
Der Continental ist der ausgeglichenste Reifen im Testfeld. Auf nassem Asphalt ist der Bremsweg genauso kurz wie beim Pirelli (34,7 Meter), auf nassem Beton holt er sich in dieser Kategorie den Sieg (38,2 Meter). Auf Schnee und Eis ist die Länge des Bremswegs angemessen (10,0 Meter aus 30 km/h, 17,1 Meter aus 20 km/h auf Eis). Die prognostizierte Laufleistung beträgt 43.200 Kilometer, der Abrieb ist mit 74 mg/km/t niedrig. Seine Schwächen: etwas wenig Lenkpräzision auf trockener Fahrbahn, beim Fahrverhalten auf Schnee geradeso noch ein gutes Ergebnis und ein überdurchschnittlich hohes Gewicht (10,4 Kilogramm).

3. Goodyear UltraGrip Performance 3 (Gesamtnote 2,4)
Der Goodyear verpasst knapp die gute Bewertung bei der Fahrsicherheit (2,6, wegen seiner Leistung auf verschneiter Fahrbahn), aber holt auf, weil er in der Umweltbilanz stark ist (2,0): 55.800 prognostizierte Kilometer, was dem zweitbesten Wert im Testfeld entspricht, 62 mg/km/t Abrieb und 9,6 Kilogramm Gewicht. Auf trockener und nasser Fahrbahn verhält er sich solide. Bei der Traktion auf Schnee, beim Bremsen auf Eis und beim Fahrverhalten auf winterlicher Fahrbahn überzeugt er etwas weniger.

Vierter und letzter Reifen mit einer Kaufempfehlung ist der Michelin Alpin 7 (Gesamtnote 2,5), Schneekönig des Quartetts (1,7) und leichtester Reifen im Test (9,5 Kilogramm).

Screenshot

Die Zahlen im Vergleich

Laufleistung

Ein Winterreifen dieser Größe hält nach der Prognose der Tester im Schnitt 45.500 Kilometer. Die Spanne reicht von 32.000 Kilometern beim Falken Eurowinter HS02 Pro bis 59.300 Kilometern beim Dunlop Winter. Mit anderen Worten: Für 60.000 Kilometer im Winter genügt also ein Satz Dunlop-Reifen, während vom Falken fast zwei Sätze nötig wären.

Bremsen auf nasser Fahrbahn

Jeder Reifen wird auf zwei nassen Fahrbahnbelägen getestet: Asphalt und Beton. Auf Asphalt liegt der Bremsweg aus 80 km/h bei durchschnittlich 38,2 Metern. Die Differenz zwischen dem besten (34,7 Meter) und dem schlechtesten Wert (46,3 Meter) beträgt 11,6 Meter, mehr als zwei Fahrzeuglängen.

Bremsen auf trockener Fahrbahn

Beim Bremsen aus 100 km/h fallen die Unterschiede deutlich geringer aus: 45,7 Meter im Schnitt, in einer Spanne von 43,8 bis 48,9 Metern. Auf trockener Fahrbahn bremsen alle Reifen annähernd gleich gut. Erst beim Ausweichen und in der Kurve trennt sich die Spreu vom Weizen.

Schnee und Eis

Aus 30 km/h auf festgefahrenem Schnee beträgt der Bremsweg im Schnitt 10,1 Meter (9,4 bis 11,6 Meter). Auf Eis aus 20 km/h sind es 18,0 Meter (16,5 bis 19,5 Meter).

Geräuschentwicklung und Verbrauch

Das nach ISO gemessene Außengeräusch im Vorbeirollen reicht von 70,3 bis 74,6 dB(A), im Durchschnitt 72,4. Der Verbrauch bei 100 km/h schwankt je nach Reifen zwischen 5,2 und 5,8 l/100 km, also 0,6 Liter Unterschied beim identischen Fahrzeug. Das Gewicht liegt zwischen 9,5 und 11,4 Kilogramm pro Reifen.

Abrieb

Die freigesetzten Partikel reichen von 54 bis 98 mg/km/t, im Durchschnitt 76. Zwischen dem besten und dem schlechtesten Reifen verdoppelt sich der Wert also fast.

Und das EU-Reifenlabel?

Es ist nur bedingt aussagekräftig. Die Nasshaftungsklasse beruht auf einem einzigen Bremstest, während hier fünf Prüfungen zu bestehen sind: Bremsen auf Asphalt, auf Beton, Aquaplaning längs und quer sowie Nasshandling. Dabei zeigen sich bedeutende Unterschiede. Der Tracmax, der Aptany und der Royal Black tragen ebenso wie ordentliche Reifen die Klasse C, auf nasser Fahrbahn erhalten sie im Test allerdings mangelhafte Noten (5,4 bis 5,5). Der Sunwide weist auf dem EU-Label die beste Bewertung bei der Geräuschentwicklung auf (A, 67 dB), landet in unserem Test aber auf dem letzten Platz. Verlässlicher als ein Label sind deshalb Testergebnisse.

Die Schlusslichter

Aptany RW211 (Gesamtnote 5,4)
Ein widersprüchlicher Reifen: Auf schneebedeckter Fahrbahn erhält er ein gutes Testergebnis (1,7), aber unter allen weiteren Bedingungen schneidet er katastrophal ab. Auf trockener Fahrbahn braucht er aus 100 km/h 48,9 Meter bis zum Stillstand – der längste Bremsweg im Test. Auf nassem Asphalt kommt er auf 43,7 Meter. Im Nasshandling erhält er nur die Note 5,42. Die prognostizierte Laufleistung beträgt nur 36.400 Kilometer, im Vorbeifahren erreicht er einen Geräuschpegel von 74,5 dB(A), einer der höchsten Werte im Testfeld.

Royal Black Royalwinter UHP (Gesamtnote 5,5)
Das Paradoxon im Test. In der Umweltbilanz stimmt fast alles: 55.600 Kilometer Laufleistung, der niedrigste Abriebwert (54 mg/km/t) und der geringste Kraftstoffverbrauch (5,2 l/100 km). Doch auf trockener (4,8) und nasser Fahrbahn (5,5) ist er mangelhaft. Auf Asphalt liegt der Bremsweg bei 43,8 Metern. Beim Aquaplaning längs schwamm er schon bei 63 km/h auf – der schlechteste Wert im Test. Außen gemessen ist er zudem der lauteste Reifen (74,6 dB(A)). Den Kunden erreichte er mit Produktionsrückständen am Gummi.

Sunwide Snowide (Gesamtnote 5,5)
Die perfekte Falle. Auf Schnee ist er der beste Reifen im Test, und das mit Abstand: 1,3 auf winterlicher Fahrbahn, 0,61 im Schneehandling, 9,4 Meter Bremsweg auf Schnee und 16,5 Meter auf Eis – das sind gleich mehrere Bestwerte. Auf trockener Fahrbahn erreicht er dagegen nur die Note 5,0, auf nasser Fahrbahn 5,5. Seine Bremswege sind die längsten im Testfeld (46,3 Meter auf Asphalt, 50,9 Meter auf Beton), beim Aquaplaning quer lieferte er den schwächsten Wert (1,5 m/s²). Hinzu kommt der höchste Wert beim Abrieb (98 mg/km/t). Ein Reifen, der für drei Schneetage im Jahr geeignet ist und an den übrigen 362 Tagen zum Sicherheitsrisiko wird.

Ein direkter Vergleich zeigt die Unterschiede zwischen einem Spitzenmodell und einem mangelhaften Reifen. Mit dem Continental stand der A4 Avant auf nasser Fahrbahn nach rund 35 Metern. An dieser Stelle hatte dasselbe Fahrzeug mit dem Sunwide noch eine Geschwindigkeit von 40 km/h. Es kam erst zwölf Meter weiter zum Stillstand. Auf Schnee brauchte der Tracmax Ice-Plus S210 16 Meter mehr als der Sunwide. An der Stelle, an der der beste Reifen bereits steht, fährt er noch knapp 35 km/h, schneller als in einer 30er-Zone erlaubt.

Unsere Empfehlungen

Montieren Sie immer vier Reifen desselben Modells und Typs. Prüfen Sie regelmäßig den Reifendruck und erhöhen Sie ihn bei Beladung entsprechend den Herstellerangaben. Bei unterschiedlicher Profiltiefe gehören die besseren Reifen auf die Hinterachse: Sie bestimmt die Stabilität in der Kurve. Die europäischen Automobilclubs empfehlen, Winterreifen auszutauschen, sobald die Profiltiefe vier Millimeter unterschreitet. Das liegt zwar deutlich über dem gesetzlichen Minimum, aber so bleibt eine Reserve bei Aquaplaning. Entscheiden Sie sich für aktuelle Modelle und achten Sie bei allen vier Reifen auf dasselbe Produktionsdatum (DOT-Nummer). Kaufen Sie keine Neureifen, die älter als drei Jahre sind.